Strategiewechsel
Lufthansa siebt Übernahmeziele aus

Die Lufhansa hat ihre Gespräche mit der skandinavischen Airline SAS vorerst auf Eis gelegt. Vor einer Übernahme sollen zunächst die jüngsten Engagements integriert werden. Die Expansion der Lufthansa sind damit aber noch lange nicht am Ende. Die Manager haben bereits zwei weitere Airlines im Visier.

FRANKFURT. Die Lufthansa hat damit begonnen, die Zahl möglicher Übernahmeziele zu reduzieren. Die zweitgrößte europäische Fluggesellschaft hat die Gespräche über eine Beteiligung an der skandinavischen SAS vorerst ad acta gelegt. Ein entsprechender Bericht der "Süddeutschen Zeitung" wird im Umfeld des Unternehmens bestätigt. Eine Lufthansa-Sprecherin wollte die Informationen auf Nachfrage nicht kommentieren. Lufthansa und SAS haben seit Monaten über einen Einstieg bei der angeschlagenen Airline verhandelt. Angesichts der desaströsen jüngsten Quartalszahlen von SAS habe Lufthansa von einem Engagement vorerst Abstand genommen, heißt es.

Damit zeichnet sich ab, dass der Konzern mögliche Übernahmen zeitlich entzerren kann. Lufthansa gilt auch als Interessent für die italienische Alitalia und die österreichische Austrian Airlines (AUA). Analysten hatten angesichts dessen vor einer "Verhedderung" des Managements gewarnt, zumal Lufthansa zum Jahresende noch die Regional-Gesellschaft Eurowings komplett übernimmt und im Januar die englische BMI folgt.

Nun scheint die Gefahr vorerst gebannt. Neben SAS ist auch der Verkauf der AUA-Anteile verschoben worden. Es bleibt noch das für Lufthansa wichtigste Ziel, eine Beteiligung an der italienischen Alitalia. Doch auch hier gibt es Verzögerungen, weil einige Gewerkschaften gegen den Rettungsplan der italienischen Investorengruppe Stimmung machen und streiken. Ob die neue Alitalia am 1. Dezember starten kann, ist derzeit offen, ebenso die Entscheidung über einen möglichen strategischen Partner für Alitalia. Im Rennen ist neben Lufthansa vor allem Erzrivale Air France-KLM.

Allerdings hat das Lufthansa-Management keinen Handlungsdruck. Der Konzern hat über den norditalienischen Flughafen Malpensa Zugriff auf wichtige Teile des italienischen Marktes und angekündigt, diesen ab Februar mit neuen Fliegern und Zielen stärken zu wollen. "Die Deutschen sind diejenigen, die einer neuen Alitalia aus Norditalien heraus am meisten und am leichtesten weh tun könnten", sagt Nathan Zielke, Luftfahrtexperte bei der Beratungsfirma Arthur D. Little. Die Pläne seien eine bewusst kommunizierte Drohgebärde an die Adresse an Alitalia interessierter Airlines.

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