Strategische Neuausrichtung
Zara läuft H&M den Rang ab

Der spanische Inditex-Konzern, zu dem auch die Modekette Zara gehört, ist die neue Nummer eins unter Europas Modekonzernen.

DÜSSELDORF/HAMBURG. Im Ende Januar abgelaufenen Geschäftsjahr steigerten die Spanier ihren Konzernumsatz um 21 Prozent auf 6,74 Mrd. Euro und verwiesen damit den bisherigen Branchenprimus, Hennes & Mauritz (H&M), auf den zweiten Rang. Die Schweden hatten den Umsatz im Geschäftsjahr 2004/2005 (bis November) lediglich um 14 Prozent auf 6,47 Mrd. Euro gesteigert. Auf dem Börsenparkett zählte Inditex gestern zu den Gewinnern, H&M mit insgesamt enttäuschenden Zahlen für das erste Quartal zu den Verlierern.

Der Wachstumsschub ist auch das Ergebnis einer strategischen Neuausrichtung bei der Modekette Zara. In den vergangenen Monaten drängte Inditex die lokalen Partner in Italien und Japan aus dem Geschäft, um die Umsätze der einzelnen Gesellschaften in der Bilanz zu konsolidieren. In Deutschland erwarben die Spanier von dem Hamburger Versandhandelsriesen und bisherigen Joint-Venture-Partner Otto 28 Prozent an Zara Deutschland. „Wir haben uns einverstanden erklärt, unseren Anteil an Zara zu verringern, damit Inditex die Umsätze konsolidieren kann“, sagte eine Sprecherin von Otto. Seit 1999 waren Otto und Inditex paritätisch an der Modekette beteiligt.

Der Erfolg von Inditex ist aber grundsätzlich hausgemacht und beruht auf einem schlanken Geschäftsmodell. Im vergangenen Jahr steigerte Inditex den Nettogewinn um 26 Prozent auf 803 Mill. Euro. Wie auch H &M deckt Inditex die Wertschöpfungskette vom Entwurf bis zum Verkauf ab. Ähnlich geht auch der aus Ratingen geführte und in Hongkong gelistete Modekonzern Esprit vor. Anders als die Spanier und Schweden vertreibt Esprit seine Kleider auch im Fachhandel. Die Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette erlaubt den so genannten Vertikalen nicht nur Kleider zu günstigeren Preisen als die klassisch organisierte e Konkurrenz anzubieten, sondern auch schneller auf Trends zu reagieren.

Die Abläufe perfektioniert hat Inditex. Anders als Esprit und H&M, die vor allem in China fertigen lassen, produziert Inditex 40 Prozent der Kleider auf der Iberischen Halbinsel. Lediglich elf Tage dauert es vom Entwurf bis in den Laden. Analysten zufolge ist der hohe Modegrad der entscheidende Erfolgsfaktor.

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