Streben um Aufsichtsratsvorsitz
Haniel will die doppelte Macht bei Metro

Die geplante Neubesetzung der Aufsichtsratsspitze beim Handelskonzern Metro sorgt für heftigen Streit unter den Großaktionären. Wie das Handelsblatt aus Kreisen des Kontrollgremiums erfuhr, drängt Haniel-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel darauf, den Posten selbst zu besetzen - die Familie säße dann an den wichtigsten Schaltstellen.

DÜSSELDORF. Das Familienoberhaupt des Duisburger Haniel-Konzerns, der seit Ende August gemeinsam mit der Kaufmannsfamilie Schmidt-Ruthenbeck 50,01 Prozent an dem Dax-Konzern hält, stößt damit auf scharfe Kritik gleich mehrerer amtierender Aufsichtsräte des Handelsriesen. Einige von ihnen hätten für diesen Fall sogar ihren Rücktritt angekündigt, heißt es.

Der Posten wird Ende Oktober vakant, sobald der amtierende Chefkontrolleur Eckhard Cordes wie angekündigt den bisherigen Metro-Vorstandsvorsitzenden Hans-Joachim Körber ersetzt. Eine Sprecherin von Haniel wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern. Es sei noch nichts entschieden, sagte sie.

Käme es zu diesem Schritt, wäre Franz Markus Haniel nicht nur Cordes’ Chefkontrolleur bei der Metro, sondern gleichzeitig auch sein oberster Dienstherr bei Haniel. Denn dort bleibt Cordes, der am Mittwoch vom Aufsichtsrat offiziell als Körber-Nachfolger bestätigt wurde, ebenfalls Vorstandschef. Bei Metro bekommt Cordes einen Fünfjahresvertrag, der vom 1. November an gilt.

Die Doppelrolle von Franz Markus Haniel halten mehrere Metro-Aufsichtsräte für bedenklich, darunter auch Vertreter der Arbeitnehmerseite. Von der Hand zu weisen sind die Zweifel nicht. Käme es, wie Konzernbeobachter vermuten, zu einer Zerschlagung der Metro, könnte sich Haniel am Ende das übrig gebliebene Cash & Carry-Geschäft selbst einverleiben. In einem solche Fall befände sich Franz Markus Haniel als Metro-Aufsichtsratschef in einem schweren Interessenkonflikt.

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