Streik abgewendet
Arbeitskampf belastet British Airways

Europas größte Fluggesellschaft British Airways hat im ersten Quartal ihres laufenden Geschäftsjahres einen niedrigeren Verlust als erwartet ausgewiesen. Der Arbeitskampf am Flughafen Heathrow dürfte den Konzern derweil bis zu 40 Mill. Pfund kosten.

Reuters LONDON. Ein wilder Streik des BA-Bodenpersonals an Europas größtem Flughafen und anschließende langwierige Verhandlungen mit den Gewerkschaften hätten die Vorausbuchungen beeinträchtigt, was zu einem niedrigerem Umsatz führen werde, teilte British Airways am Donnerstag in London mit. Die Gewerkschaften und BA hatten sich erst am späten Mittwochabend auf eine Lösung des Konflikts geeinigt und damit einen Streik abgewendet. Die Börse reagierte positiv auf die Neuigkeiten. Der Aktienkurs kletterte in einem kaum veränderten Umfeld um 4,3 % auf 176 Pence.

British Airways wies für die drei Monate bis Ende Juni einen Fehlbetrag von 45 Mill. Pfund aus, was unter den Prognosen der Analysten war, die 51 bis 95 Mill. Pfund erwartet hatten. Vor einem Jahr hatte British Airways indes noch einen Gewinn von 65 Mill. Pfund erwirtschaftet. Der Umsatz fiel den Angaben zufolge um 10,7 % auf 1,8 Mrd. Pfund. Wie auch andere Fluggesellschaften begründete British Airways den schwachen Geschäftsverlauf mit der schwachen Konjunkturentwicklung, dem Irak-Krieg sowie den Folgen der Lungenepidemie Sars.

British Airways fürchtet nach dem Arbeitskampf nun vor allem um ihren Ruf bei den Kunden. „Wir werden hart arbeiten, um die Reputation von British Airways bei unseren Kunden wieder herzustellen“, erklärte Chief Executive Rod Eddington. Am 18. Juli hatte das Bodenpersonal von British Airways in Heathrow, dem Heimatflughafen der Fluglinie, für 24 Stunden seine Arbeit niedergelegt. Mehr als 500 Flüge waren gestrichen worden.

Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften zogen sich bis Mittwochabend hin. Die Verhandlungsführer beider Seiten äußerten sich zufrieden mit dem Ergebnis. Das Bodenpersonal hatte befürchtet, dass sich die geplante Einführung eines elektronischen Stechuhr-Systems negativ auf Schichtsystem, Bezahlung und Arbeitsbedingungen auswirken werde. Die Einigung umfasst den Angaben zufolge unter anderem eine Lohnsteigerung um drei Prozent rückwirkend zum Jahresbeginn sowie den Einsatz von Zeiterfassungskarten für Arbeitsbeginn und -ende ab September.

Die Kosten für den Arbeitskampf bezifferte British Airways mit 30 bis 40 Mill. Pfund. Analysten hatten die Kosten zuvor mit 50 Mill. Pfund veranschlagt. British Airways hat wie keine andere europäische Fluggesellschaft in den vergangenen zwei Jahren umstrukturiert. Mehr als 10 000 Arbeitnehmer haben ihre Arbeit verloren.

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