Streik am Donnerstag
Bahn-Tarifkonflikt eskaliert erneut

Bei der Bahn stehen die Zeichen auf Dauer-Streik. Die GDL sieht im neuen Angebot des Konzerns keine Grundlage für Verhandlungen. Die Lokführer wollen daher zum zweiten Mal binnen einer Woche Regionalzüge stehen lassen. Die Bahn findet dies „unverantwortlich und unbegreiflich“.

HB FRANKFURT/BERLIN. Die Lokführergewerkschaft GDL hat für diesen Donnerstag bundesweit zu Arbeitsniederlegungen im Nah- und Regionalverkehr aufgerufen. Die Lokführer wollen von 2.00 bis 11.00 Uhr die Arbeit niederlegen. Vor allem Pendler müssen sich einmal mehr auf Verspätungen und ausgefallene Züge einstellen. Dem Ausstand könnte eine Serie von Streiktagen folgen, die Wochenenden ausgenommen. Vor Gericht geht die Auseinandersetzung um ein Streikverbot im Fern- und Güterverkehr weiter.

Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte, sollte die Bahn nicht einlenken und auf die GDL zugehen, seien Streiks auch am Freitag, Montag, Dienstag und Mittwoch möglich. Die Arbeitsniederlegungen würden rechtzeitig angekündigt.

Die GDL geht davon aus, dass der Nahverkehr am Donnerstag „sehr stark beeinträchtigt“ wird. Die Bahn strebt an, auch während des Streiks rund 60 Prozent der regionalen Züge fahren zu lassen. Die GDL will dagegen bis zu 80 Prozent des Nahverkehrs stoppen. Informationen zum Bahnverkehr gibt es auf der Internetseite www.bahn.de/aktuell und unter der kostenfreien Service-Telefonnummer 08000 99 66 33. Die Gewerkschaft hatte bereits am vergangenen Freitag den Nahverkehr in weiten Bereichen ganztägig zum Erliegen gebracht.

Der Bahnkonzern hatte am Montag ein neues Tarifangebot vorgelegt. Es orientiert sich wiederum an dem Abschluss, der im Sommer mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielt wurde: 4,5 Prozent mehr Geld zum 1. Januar 2008 sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro. Ferner schlug die Bahn Mehrarbeit vor, um den Lokführern ein höheres Einkommen zu ermöglichen. Überdies sollen nach dem Vorschlag rund 100 Überstunden des laufenden Jahres ausbezahlt werden - was 1400 Euro brutto ergibt. Die Bahn sagte außerdem zu, die Dienstpläne mitarbeiterfreundlicher zu gestalten als bisher.

GDL-Vizechef Weselsky sagte, das Angebot biete keine Grundlage für Verhandlungen. Die Bahn habe „alten, schlechten Wein in neuen Schläuchen“ präsentiert. Es sei keine substanzielle Verbesserung im Vergleich zu den vorherigen Angeboten erkennbar. Die Bahn weigere sich weiterhin, in einem eigenständigen Tarifvertrag mit der GDL die Arbeits- und Einkommensbedingungen des Fahrpersonals zu verbessern. Das Angebot sie auch nach ausführlicher Prüfung nicht verhandelbar.

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