Streik beendet
Mehr Geld für die Briefträger

Nach Warnstreiks und einem Verhandlungsmarathon erzielen das Management der Deutschen Post und die Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit eine Einigung. Die Mitarbeiter erhalten in zwei Schritten 5,7 Prozent mehr Geld.
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NeussDie Briefträger der Post sollen deutlich mehr Lohn erhalten. Verdi und die Deutsche Post hätten sich auf 5,7 Prozent mehr Gehalt in zwei Erhöhungsschritten bei einer Laufzeit von 26 Monaten verständigt, teilte die Gewerkschaft Verdi am Freitag in Neuss mit. Ihre Tarifkommission hatte den Abschluss zuvor gebilligt.

Der Verhandlungsleiterin der Deutschen Post, Angela Titzrath, zufolge sollen die Tarifbeschäftigten ab August in einem ersten Schritt 3,1 Prozent mehr Lohn erhalten, ab Oktober 2014 sind es dann 2,6 Prozent. Der Abschluss sorge für Stabilität und Planungssicherheit, betonte Titzrath. Die Gewerkschaft Verdi hatte für die rund 132.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland eine lineare Erhöhung der Einkommen um sechs Prozent verlangt.

Die von den Warnstreiks betroffene Briefsparte war über Jahre ein Sorgenkind der Deutschen Post. Die Konkurrenz durch E-Mails hatte beim Brief die Sendungsmengen sinken lassen. 2012 verzeichnete das Unternehmen bei insgesamt 7,5 Milliarden zugestellten Briefen ein Minus von 3 Prozent. Den Gewinn des Konzerns erwirtschaftet unter anderem das erfolgreiche Paketgeschäft in Deutschland. Immer mehr Verbraucher bestellen ihre Waren Online bei Internet-Händlern wie Amazon. Hinzu kommt die starke Position auf den Wachstumsmärkten in Asien.

Post-Chef Frank Appel erwartet für 2013 im Konzern einen operativen Gewinn (Ebit) in Höhe von 2,7 bis 2,95 Milliarden Euro. Der Unternehmensbereich Brief soll dazu 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro beisteuern - mehr als im Vorjahr: 2012 lag der operative Ertrag hier bei 1,05 Milliarden Euro. Bei ihren Planungen hatte die Post eine Lohnerhöhung bereits einkalkuliert: Eine Annahme zum Ausgang der Tarifverhandlungen sei "selbstverständlich" Teil der Prognose, betonte ein Post-Sprecher.

In den vergangenen Tagen hatte Verdi wiederholt zu Warnstreiks aufgerufen. Im gesamten Bundesgebiet legten Briefträger und Mitarbeiter in Verteilzentren zeitweise die Arbeit nieder. Laut Post wurden mehr als neun Millionen Briefe verspätet ausgeliefert. Mittlerweile seien aber alle Sendungen zugestellt worden. Die Auswirkungen für die Kunden seien minimal gewesen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Immerhin ein Inflationsausgleich, wenn sonst nichts. So ist es bei dem Betrieb in dem ich arbeite ebenfalls gelaufen. Wobei wir noch etwas unter einem Ausgleich geblieben sind. Dennoch besser als garnichts und dafür musste (weil bei uns keiner soetwas will) auch niemand auf die Straße.

  • Da verstehe einer die Gewerkschaften.
    Ich dachte das größte Problem bei der Post wäre
    dass irgendwelche Schreibtischstrategen die Zustellbezirke immer mehr erweitern,
    ohne sich die Frage zu stellen ob das dann
    in der vorgegebenen Zeit überhaupt noch ziu schaffen ist ?!

    Und nun - Lohnerhöhung und das war's .....

  • Und wer genau kontrolliert die Briefträger, dass Briefe nicht einfach außerhalb des Briefkastens in Zeitungsenden gestopft werden? Oder Pakete IM LAGER verschwinden? ODER die teuer abbonierte Zeitung völlig zerfleddert ankommt? ODER Einsendungsschreiben erst 3 Wochen später zugestellt werden? Glückwunsch zu mehr Geld!!! Aber überdenkt bitte einmal den Anspruch an eure eigene Arbeit!

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