Streik bei der Lufthansa Piloten legen schon wieder die Arbeit nieder

Die Piloten der Lufthansa streiken am Montag und Dienstag erneut. Lufthansa-Passagiere müssen sich wieder auf massive Einschränkungen gefasst machen. Kurz- und Langstreckenflüge sind gleichermaßen Ziel des Streiks.
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FrankfurtBetroffen sind deutschlandweit ab Montag 12.00 Uhr bis Dienstag 23.59 Uhr Flüge der Kurz- und Mittelstrecke sowie zusätzlich am Dienstag zwischen 03.00 Uhr und 23.59 Uhr auch Langstreckenflüge, wie die Vereinigung Cockpit am Sonntag mitteilte. Die Tochter Germanwings ist dieses Mal vom Streik ausgenommen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte schon am späten Freitagabend die Verhandlungen über die betriebliche Frührente erneut für gescheitert erklärt. „Ab sofort“ und „jederzeit“ müssten sich die Lufthansa-Passagiere auf neue Arbeitsniederlegungen einstellen. An Weihnachten will die Pilotengewerkschaft aber nicht streiken, so die Gewerkschaft Cockpit.

In mehreren Verhandlungsrunden seit dem letzten Streik im Oktober hätten „keine echten Fortschritte“ erzielt werden können, erklärte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. Es gehe dem Management nicht um Lösungen, sondern darum, „ein autokratisches Führungsmodell“ durchzusetzen. Die Fluggesellschaft habe leider die Kompromissvorschläge der Gewerkschaft nicht aufgegriffen und beharre auf „Maximalforderungen“.

Im Mittelpunkt des seit Monaten schwelenden Tarifkonflikts steht die sogenannte Übergangsversorgung, die es bislang noch etwa jedem zweiten der 10.000 Piloten des Konzerns erlaubt, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Sie erhalten in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Die Lufthansa will die Altersgrenze anheben, Cockpit lehnt dies ab und machte mehrfach mit Streiks Druck.

Härtester Arbeitskampf der Geschichte

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte noch am vergangenen Montag in einem Zeitungsinterview die Hoffnung auf eine baldige Einigung in dem Konflikt geäußert. Er sprach vom „härtesten Arbeitskampf in der Geschichte“ der Lufthansa. Die wiederholten Pilotenstreiks der vergangenen Monate kosteten die Lufthansa bereits rund 170 Millionen Euro.

Die größte deutsche Fluggesellschaft reagierte „mit Bedauern“ auf die neue Streikandrohung der Gewerkschaft. Bei der Übergangsversorgung habe es „Annäherungen“ gegeben, erklärte ein Unternehmenssprecher. Zudem habe die Lufthansa in den Gesprächen der vergangenen Tage ein Lohnplus von fünf Prozent in Aussicht gestellt. Dies sei bei einem Durchschnittsgehalt von 180.000 Euro im Jahr ein monatliches Gehaltsplus von 750 Euro.

Beim Thema Vergütung lägen beide Seiten „nicht so weit auseinander“, dass es nicht zu einer Einigung kommen könnte, sagte Cockpit-Sprecher Handwerg der Nachrichtenagentur AFP. Knackpunkt sei die Übergangsversorgung. Der Streit darüber sei Anlass für künftige Streiks. Der Gewerkschaftssprecher schloss zugleich Arbeitsniederlegungen über die Weihnachtstage aus. Die Gewerkschaft wolle Druck auf den Arbeitgeber ausüben „und nicht Menschen unglücklich machen“.

Die Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaft Germanwings dauern schon seit Wochen an. Immer wieder kommt es zu Streiks, mit denen die Vereinigung Cockpit ihre Forderungen gegenüber der Lufthansa-Konzernführung durchsetzen will.

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