Streik bei der Lufthansa: Tage des Stillstands

Streik bei der Lufthansa
Tage des Stillstands

Der Streik der Lufthansa-Piloten trifft nicht nur die Airline: Auch Restaurants, Geschäfte und Logistiker leiden unter dem Stillstand. Dagegen ist den Taxifahrern in Frankfurt der Ausstand egal – sie haben Ersatz.
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Leere Schalter, leere Parkhäuser, leere Geschäfte – die großen Flughäfen in München und Frankfurt leiden unter dem Streik der Lufthansa-Piloten. Bis einschließlich Freitag bleiben die Maschinen der größten deutschen Fluggesellschaft am Boden, 3.800 Flüge fallen aus, insgesamt 425.000 Passagiere bleiben weg. Auch die Logistik-Unternehmen, die ihre Fracht durch die Luft transportieren lassen, müssen ihre Pläne umwerfen. Wer betroffen ist, was sich die Unternehmen einfallen lassen – ein Überblick.

Dringende Medikamente, wichtige Ersatzteile, lebende Tiere: Rund 4.500 Tonnen Luftfracht, die Lufthansa Cargo transportieren sollte, müssen durch den Streik der Piloten nun einen neuen Weg finden, um ans Ziel zu kommen. 18 von 37 Transportflügen fallen in drei Tagen Streik aus. Doch internationale Lieferketten lassen sich durch den Streik offenbar nicht aus dem Takt bringen.

48 Stunden hatten die Logistikunternehmen Zeit, um sich auf den Streik einzustellen – so viel Spielraum ließ ihnen die Pilotengewerkschaft Cockpit. Im eng getakteten Frachtgeschäft reicht das, um auf andere Airlines umzusteigen, erklärt der größte deutsche Logistikkonzern DHL. Nennenswerte Ausfälle habe man nicht zu beklagen. Auch bei Konkurrent Hellmann kommen nahezu alle Waren pünktlich an. Allerdings sei zu Streikzeiten das eigene Personal besonders gefordert.

Das einzige Problem der Logistiker: Die Umbuchungen auf andere Anbieter sind meist teurer als die langfristigen Verträge mit der Lufthansa. „Keine Versicherung und auch nicht die Lufthansa Cargo sind in solchen Fällen schadenersatzpflichtig“, sagt Hellmann-Chef Jens Tarnowski.

Bei der Lufthansa versucht man, die Schäden in Grenzen zu halten. Damit keine Tiere und verderblichen Waren in den Lagern stranden, wurden entsprechende Anfragen schon im Vorfeld blockiert. Mehr als die Hälfte der Fracht, die das Unternehmen transportiert, wird in den Bäuchen der Passagierflieger untergebracht.

Problematisch bleibt der Pilotenstreik aber für Branchen, die eng mit der Lufthansa verbunden sind. Am Flughafen München ist der Pilotenstreik mehr als ein Ärgernis: An den drei Streiktagen heben deutlich weniger Flieger ab als bei normalem Betrieb, insgesamt ein Drittel. Den genauen Schaden kann Flughafensprecher Edgar Engert noch nicht beziffern. „Wir gehen aber von einem Schaden im siebenstelligen Bereich aus“, sagt er. Auch der Frankfurter Betreiber Fraport beklagt pro Streiktag einen Umsatzverlust im einstelligen Millionenbereich.

Neben den Start- und Landegebühren entgehen den Flughäfen an den Streiktagen auch viele Nebengeschäfte. Die Parkhäuser sind weniger ausgelastet, in den Restaurants bleiben die Tische frei und auch in den Boutiquen gibt es weniger Publikumsverkehr. 

Schadenersatzansprüche an die Lufthansa hat der Flughafen München aber nicht. Zu wichtig ist die größte deutsche Fluggesellschaft für den Flughafen. Terminal 2 betreibt der Flughafen sogar gemeinsam mit der Fluggesellschaft. Hier herrscht seit gestern weitgehend Stille. Flughafen und Airline bilden bei Streiks eine Schicksalsgemeinschaft. Streikt das Bodenpersonal des Flughafens, wird auch die Lufthansa geschädigt. Streikt wie derzeit das Personal der Lufthansa, verliert auch der Flughafen Geld.

Bei Taxi Frankfurt, dem größten Taxivermittler der Bankenhauptstadt, sind die Auswirkungen des Streiks beherrschbar. Durch die Fachmesse „Light and Building“, die noch bis Freitag in Frankfurt stattfindet, seien die Fahrzeuge ausgelastet. Ob sich der Streik am Ende negativ oder positiv auf die Bilanz auswirkt, kann das Unternehmen noch nicht abschätzen. Auf der einen Seite entfallen die Fahrten vom Flughafen in die Innenstadt, auf der anderen Seite steigen Kunden auch auf das Taxi um.

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  • Wenn man schon in dieser Gehaltsklasse Streiks ( hier sollte man eher von Erpressung sprechen ) anzettelt, sollte man , nach dem Verursacherprinzip , auch für die Kosten aufkommen müssen !

  • Es ist dem Normalbürger nicht zu vermitteln, wenn eine Gruppe mit derartig hohen Einkommen wie die LH-Piloten nicht selbst Vorsorge treffen können, wenn sie mit 55 in Pension gehen wollen. Und Stress und Verantwortung gibt es in anderen Berufen auch, da haben die Piloten kein Alleinstellungsmerkmal!

  • Wenn man mal genauer hinter die Kulissen schaut, kommt man zu dem Schluß, dass einige LH-Piloten, die gegen die Pensionierung mit spätestens 60 geklagt und gewonnen haben, den Stein erst ins Rollen gebracht haben und sie ihn jetzt nicht mehr aufhalten können. Der LH-Führung blieb gar nichts anderes übrig als auf die höchstrichterliche Entscheidung des EuGH hin die Tarifverträge zu kündigen und neu zu verhandeln. Derweil ließen sich jene Piloten über 60, die geklagt haben, wieder aus dem Ruhestand holen, um bis 65 weiterzufliegen.
    Damit wird nicht nur einer der Streikgründe ad absurdum geführt, sondern es werden sich die Berufs- und Einkommensaussichten für den jungen fliegerischen Nachwuchs drastisch verschlechtern. Damit werden sich wohl nur noch Migranten aus Rumänien oder Bulgarien zufrieden geben, aber bei uns niemand mehr. So haben es ein paar unersättliche GröFaZe* geschafft, nicht nur den guten Ruf der LH zu ruinieren, sondern bald den ganzen Laden. Notfalls werden sie ja noch bei den Ölaugen unterkommen, die dann den gesamten europäischen Flugverkehr unter ihren Fittichen haben. Bei Air Berlin geht`s schon los...

    * Größte Flieger aller Zeiten

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