Streik bei Karstadt
„Tarifausstieg ist ein Affront”

Die Gewerkschaft Verdi hat die Karstadt-Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Grund ist der Tarifausstieg im Mai. Bis auf wenige Ausnahmen schreiben alle Karstadt-Häuser rote Zahlen.
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HamburgBei Karstadt haben am Montag in Hamburg Beschäftigte mit einem Streik gegen den Ausstieg der Kaufhauskette aus der Tarifbindung für den Einzelhandel demonstriert. Die Mitarbeiter versammelten sich am Morgen vor Filialen des Unternehmens im Hamburger Stadtgebiet, wie Arno Peukes von der Gewerkschaft Verdi sagte. Am Mittag ist demnach eine Kundgebung am Jungfernstieg gegenüber dem Alsterhaus geplant.

Karstadt war Mitte Mai aus der Tarifbindung ausgestiegen. Für die Mitarbeiter entfallen damit bis 2015 Gehaltserhöhungen, die durch Tarifverträge vereinbart werden.

Der Tarifausstieg sei ein „Affront” gegen alle Karstadt-Beschäftigten, erklärte Peukes. Sie hätten in den vergangenen Jahren auf insgesamt 650 Millionen Euro verzichtet und würden nun wieder mit Einkommensverzicht gestraft. Eigentümer Nicolas Berggruen dagegen habe nur einen Euro investiert.

Peukes erklärte, die Beschäftigten hätten am Montagabend mit Berggruen ins Gespräch kommen wollen, eine Veranstaltung der Körber-Stiftung mit dem Investor sei aber ohne Gründe abgesagt worden. Für Verdi liege der Verdacht nahe, dass Berggruen die Konfrontation mit den Beschäftigten scheue, erklärte Peukes.

Karstadt steckt in der Krise. Die 86 Warenhäuser schreiben Medienberichten zufolge rote Zahlen. Nur die 28 Karstadt-Sport-Filialen und die drei Luxus-Kaufhäuser in Berlin, Hamburg und München liefen besser. Am Dienstag ist ein Treffen der Geschäftsführung mit Berggruen in der Konzernzentrale in Essen geplant

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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