Streik bei Textil-Discounter
Kik-Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Hunderte Mitarbeiter des Textil-Discounters Kik haben die Arbeit niedergelegt. Die Beschäftigten im Zentrallager in Bönen folgen einem Streikaufruf der Gewerkschaft Verdi und fordern tarifliche Löhne.
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KölnDer Textildiscounter KiK wird bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi rief am Montag erstmalig die 500 Beschäftigten im Zentrallager in Bönen dazu auf, ihre Arbeit niederzulegen. Über 200 Mitarbeiter der Früh- und Spätschicht seien dem Aufruf gefolgt, sagte Verdi-Streikleiterin Christiane Vogt der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Mitarbeiter seien „durchaus bereit“, noch einen weiteren Protesttag dranzuhängen. Das Zentrallager beliefert alle 2600 KiK-Filialen in Deutschland. „Auswirkungen auf das operative Geschäft bleiben abzuwarten“, erklärte eine Sprecherin der Tengelmann-Tochter. Der Handelskonzern selbst wollte sich zu dem Konflikt nicht äußern.

Verdi will die Einführung von Tarifverträgen für die KiK-Beschäftigten im Zentrallager erkämpfen. Bei Konkurrenzbetrieben seien solche Regelungen gang und gäbe, auch im Tengelmann-Konzern selbst, erklärte Vogt. „Die Sparte KiK grenzt sich davon ab.“ Verdi will für die Mitarbeiter zudem tarifliche Regelungen, wie sie im nordrhein-westfälischen Einzelhandel üblich sind.

„KiK ist ein Einzelhändler“, erklärte ein Gewerkschaftssprecher. Laut Verdi erhält ein Lagerarbeiter nach NRW-Einzelhandelstarifvertrag monatlich einen Lohn von 2106 Euro, bei Kik jedoch nur 1650 Euro. Das Unternehmen verteidigte die Entlohnung. KiK Logistik orientiere sich an der im Logistikbereich branchenüblichen Bezahlung, erklärte die Sprecherin. Zudem würden Zusatzleistungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Leistungsprämien, gewährt.

Auch in Lagern von Amazon wird immer wieder gestreikt. Bereits seit Ostern 2013 hält der Konflikt dort nun an. Verdi fordert auch für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird. Zuletzt drohte Verdi auch mit Streiks im wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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