Streik der Lokführer
Heute nur noch normale Verspätungen

Bahnverkehr hat sich am Dienstagmorgen wieder weitestgehend normalisiert. Der Warnstreik bei der Bahn war allerdings möglicherweise nur ein Vorgeschmack: Es muss mit weiteren Streiks gerechnet werden.
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Frankfurt/BerlinNach dem bundesweiten Warnstreik bei der Bahn hat sich der Bahnverkehr bis Dienstagmorgen weitestgehend normalisiert. Vereinzelt könne es aber auch im Laufe des Tages noch zu Ausfällen oder Verspätungen kommen, sagte ein Bahnsprecher am Morgen. Im Fernverkehr sei in geringer Anzahl mit Teilausfällen zu rechnen, da einige Züge nicht rechtzeitig zum Startbahnhof gekommen seien. Vor allem in Baden-Württemberg könne es noch Einschränkungen im Regionalverkehr geben. Einige Bahnhöfe seien am Montagabend komplett blockiert gewesen. In Hamburg und Hannover war nach Angaben der Bahn zeitweise der gesamte Verkehr zum Erliegen gekommen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte am Montag ein neues Tarifangebot der Bahn abgelehnt und ihre Mitglieder zu einem bundesweiten dreistündigen Warnstreik im Personen- und Güterverkehr aufgerufen. 90 Prozent der Güter- und Personenzüge hatten stillgestanden oder Verspätung, wie die GDL mitteilte. GDL-Sprecher Stefan Musiol sprach in Frankfurt von erheblichen Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Neben Lokführern waren auch Zugbegleiter und Lokrangierführer zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Die Deutsche Bahn sprach in einer Stellungnahme von Zehntausenden betroffenen Fahrgästen. Personalvorstand Ulrich Weber warf der GDL vor, die Öffentlichkeit mit ihrer ursprünglichen Ankündigung, schwerpunktmäßig den Güterverkehr zu bestreiken, in die Irre geführt zu haben.

Anzeigetafeln in den Bahnhöfen kündigten schon kurz nach Streikbeginn um 18 Uhr Zugausfälle und Verspätungen im Fernverkehr wie auf Regionalstrecken an. In Berlin etwa ging es um angekündigte Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Im Berliner Hauptbahnhof wurde es schlagartig ruhig. Streikposten verteilten Flugblätter. Die Reisenden reagierten teils gelassen, teils empört. Ein ähnliches Bild bot sich an den Hauptbahnhöfen in Hamburg, Stuttgart, Frankfurt/Main sowie bei den S-Bahnverbindungen in Hannover und München. Vom Warnstreik Betroffene könnten sich ihre Fahrscheine kostenlos erstatten lassen, hieß es in einer Mitteilung der Bahn.

„Ich kann das nicht nachvollziehen“, sagt eine Frau am Münchner Hauptbahnhof, die ihren Namen nicht nennen will. „Es trifft immer den Endkunden. Erst die Piloten, nun die Lokführer. Die sollen sich an einen Tisch setzen und verhandeln.“ Schon eine Stunde nach Beginn des Ausstands berichtete eine Bahn-Sprecherin von starken Einschränkungen in Essen, Düsseldorf und im Raum Köln.

Die Lokführergewerkschaft will dem ersten Warnstreik ein oder zwei weitere folgen lassen, wenn die Deutsche Bahn kein Angebot für kürzere Arbeitszeiten für das gesamte Zugpersonal vorlege. Das kündigte GDL-Chef Claus Weselsky zum Streikauftakt im Berliner Hauptbahnhof an. Der nächste Schritt wäre dann eine Urabstimmung „über längerfristige Maßnahmen“. Weselsky betonte, „ich sehe im Augenblick keine Geschäftsgrundlage für weitere Verhandlungen.“ Beim letzten großen Streik bei der Deutschen Bahn im Jahr 2007 waren Lokführer auf dem Höhepunkt des Arbeitskampfes 62 Stunden am Stück in den Ausstand getreten.

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  • Neues von der Pannenbahn
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    Die Bahn streikt wieder einmal.
    Verursacher ist die Spartengewerkschaft GdL.
    Diese liegt im Streit mit der EVG.
    Die Leidtragenden sind natürlich die "Kunden", welche in Geiselhaft genommen werden.

    Aber das gilt auch für die VC, GdF, Marburger Bund und andere Spartengewerkschaften.

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