Streik der Piloten Wie die Lufthansa sich spaltet

Der Streit der Lufthansa mit den eigenen Piloten setzt sich auch unter dem neuen Chef Spohr fort. Statt Diplomatie droht offener Konflikt, unter dem vor allem die Passagiere leiden müssen.
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15.000 Passagiere von Germanwings-Streik betroffen

DüsseldorfDie Hoffnungen waren groß als Carsten Spohr im Mai den Chefsessel bei der Lufthansa übernahm. Sein Vorgänger Christoph Franz hatte tiefe Gräben hinterlassen. Statt des kühlen Rechners Franz übernahm mit Spohr ein Eigengewächs. Einer, der die Fluggesellschaft von der Pike auf kennt, der selber einen Pilotenschein besitzt, dem man zutraute die Empfindlichkeiten in der Belegschaft zu kennen.

Ein halbes Jahr später zeigt sich: Auch Spohr ist ein Hardliner. Unter dem neuen Chef spitzt sich der Konflikt mit den Piloten weiter zu. „Leider hat sich auch unter dem neuen Chef in der Sache wenig verändert“, sagt Sprecher Markus Wahle von der Vereinigung Cockpit (VC), die etwa 5.400 Piloten der Lufthansa vertritt. Das Angebot der Lufthansa gleiche einem Forderungskatalog, seit April habe es kaum Bewegung in den Verhandlungen gegeben. Das Verhältnis sei seit längerem angespannt.

Wichtigster Streitpunkt: die betriebsinterne Frührente. Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Für Kollegen, die ab 2014 eingestellt werden, soll die Übergangsversorgung ganz gestrichen werden. „Eine Spaltung der Belegschaft ist mit uns nicht zu machen“, sagt VC-Sprecher Wahle.

Die Seiten geben sich unversöhnlich – und am Ende leiden die Passagiere. Zuerst wird dort gestreikt, wo der Konflikt besonders schwelt: bei der Germanwings. Zwischen 6 und 12 Uhr bleiben heute alle Flieger der Billigtochter an allen deutschen Flughäfen am Boden. 116 von 164 Flügen fallen nach Angaben der Lufthansa aus, damit trifft der Streik rund 15.000 Passagiere. Auch am Nachmittag dürfte sich die Situation nicht entspannen, denn etliche Flüge sind durch den Streik verspätet oder müssen verschoben werden.

„Wir bedauern mögliche Unannehmlichkeiten für die Kunden der Germanwings“, teilte die Gewerkschaft mit. Man habe bewusst die Germanwings gewählt, weil sich dort einige Strecken auch per Bahn zurücklegen lassen. Man behalte sich aber vor, die Streiks in den nächsten Wochen auch auf die Lufthansa Passage auszuweiten, wenn die Lufthansa den Piloten nicht entgegenkommt.

Dass der Streik tatsächlich Erfolg hat, scheint unwahrscheinlich. Denn der Streit der Lufthansa mit den eigenen Piloten schwelt schon mehrere Monate. Schon im April wurde gestreikt: Damals musste die Kranich-Linie 3800 Flüge annullieren, und insgesamt waren 425.000 Passagiere betroffen.

Gehälter, die für Unmut sorgen
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5 Kommentare zu "Streik der Piloten: Wie die Lufthansa sich spaltet"

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  • 1 Fehler fand ich nur in der Zeichensetzung:
    Eingeschobene Nebensätze werden durch 2 Kommata vom Hauptsatz getrennt.

  • Verraten Sie`s?

  • I-Tüpfeles: "Denn die Airline hat derzeit mit massiver Konkurrenz zu kämpfen hat."

    Wer findet den Fehler in der Grammatik?

    Die denglischen Rechtschreibprogramme, programmiert in China und Indien taugen einfach nix...

  • Bei der Lufthansa sitzen wohl ein paar Flaschen im Vorstand? Welche erfolgreiche Firma tritt eigentlich ihre Kernkompetenz mit Füßen?
    Wird wohl an dem neudenglischen Begriff "Human Ressources" liegen! Unter uns, für Firmen, die ihre Personalabteilung so nennen, kann man nicht arbeiten, ohne sich als Sklave oder Technigger zu sehen...

    Egal wo man (ehemalige) Politiker einsetzt, es funktioniert nicht!

    Die paar Milliraden, die man in BER versenkt hat, wären bei den Gehältern und der Absicherung der Piloten, die ja schon mit 55 in Rente gehen MÜSSEN besser aufgehoben gewesen...


  • Wie so leiden. Ich fliege halt mit denen nicht mehr. So einfach ist das.
    "unter dem vor allem die Passagiere leiden müssen".

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