Streik im Güterverkehr
Cayenne-Produktion droht Stillstand

Jetzt macht die Gewerkschaft ernst. Seit dem Mittag bestreiken die Lokführer den Güterverkehr und treffen damit vor allem die deutsche Wirtschaft: Eine Reihe von Unternehmen wie etwa der Autohersteller VW muss möglicherweise zu Kurzarbeit übergehen, andere arbeiten an Notfallplänen. Noch drastischer könnte es schon in Kürze Porsche treffen.

HB FRANKFURT/WOLFSBURG/STUTTGART. Volkswagen und Porsche befürchten negative Folgen aus dem gerade anlaufenden Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn. Bei Volkswagen könne Kurzarbeit in den deutschen Werken nicht ausgeschlossen werden, teilte der Automobilhersteller am Donnerstag mit.

Der Fahrzeughersteller hat seine Beschäftigten in Aushängen bereits über Kurzarbeit als mögliche Folge informiert. „Wir haben allgemein und vorsorglich über das Thema Kurzarbeit informiert, aber wir haben keine Kurzarbeit angemeldet“, sagte ein VW-Sprecher in Wolfsburg. Die deutschen Volkswagen-Werke sind nach Angaben des Unternehmens laufend auf Gütertransporte mit der Bahn angewiesen. „Es gibt täglich 30 feste Zugverbindungen von Werk zu Werk“, sagte der Sprecher weiter. Pro Jahr transportiere Volkswagen etwa 2,5 Millionen Tonnen Material über deutsche Schienen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass uns der Streik innerhalb des Werksverbundes treffen wird“, sagte der Sprecher. Ob oder wann es zu Produktionsausfällen kommen werde, lasse sich nicht prognostizieren.

Bei Porsche droht wegen des 42-stündigen Streiks im Güterverkehr ein Produktionsstopp. Bereits am Freitag könne es im Porsche-Werk Leipzig zu einem Stillstand der Fertigung kommen. Wenn am Freitagmorgen keine Karosserien aus Bratislava angeliefert würden, komme es am Vormittag zum Stillstand in der Produktion, sagte ein Sprecher. Das gesamte Produktionssystem basiere auf der Bahn.

Für die Abwicklung des Transports seien spezielle Waggons und besondere Be- und Entladevorrichtungen notwendig. Ein Ausweichen auf die Straße sei nicht möglich. Ein eintägiger Produktionsausfall in Leipzig könne noch über nachträgliche Mehrarbeit aufgefangen werden. Ein längerer Streik würde das Unternehmen aber „sehr treffen“, so der Porsche-Sprecher weiter. Für den Fall dauerhafter Produktionsausfälle belaufe sich der finanzielle Schaden auf 13,5 Millionen Euro täglich. In Leipzig werden täglich 180 Fahrzeuge der Baureihe Cayenne gefertigt.

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