Streikankündigung
Am Freitag bleibt der Karstadt dicht

Die Gewerkschaft Verdi kündigt für Freitag bundesweite Streiks bei Karstadt an. Hintergrund ist die unklare Lage bei der Warenhauskette. Die Gewerkschaft fürchtet nach wie vor die Zerschlagung und fordert klare Konzepte.
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Mit Streikaktionen im gesamten Bundesgebiet machen die Karstadt-Beschäftigten an diesem Freitag mobil. An zahlreichen Standorten des Unternehmens seien Arbeitsniederlegungen und Betriebsversammlungen geplant, sagte eine Verdi-Sprecherin am Donnerstag in Berlin. Schwerpunkte gebe es in Nordrhein-Westfalen, wo Karstadt-Beschäftigte an fünf Standorten zu Aktionen aufgerufen wurden, und in Norddeutschland - unter anderem in Hamburg und Hannover. In Berlin soll es ganztägige Warnstreiks in allen Karstadt-Häusern und Karstadt-Feinkostläden geben. Details zu den geplanten Maßnahmen und Standorten wollte Verdi erst am frühen Freitagmorgen mitteilen.

Hintergrund der Aktionen ist die bei Karstadt anstehende dritte Tarifrunde Mitte November. Die Unternehmensführung müsse erklären, wohin die Reise mit Karstadt gehe, sagte eine Verdi-Sprecherin. Vor allem fordert die Gewerkschaft einen Tarifvertrag über Standort- und Beschäftigungssicherung sowie eine Rückkehr in die Tarifbindung. Die Eigentümer Nicolas Berggruen und René Benko müssten ein klares Zukunftskonzept vorlegen. Bei den 20.000 Beschäftigen des Unternehmens herrsche große Unsicherheit.

Erst Mitte September hatte der österreichische Immobilieninvestor Benko mit gut 75 Prozent die Mehrheit der Premiumhäuser (Alsterhaus, KaDeWe, Oberpollinger) und Sporthäuser bei Karstadt übernommen. Im Gegenzug sollen 300 Millionen Euro in die Stärkung der Gruppe investiert werden. Karstadt braucht Geld für die Modernisierung der Warenhäuser.

Die Gewerkschaft Verdi sieht die Entwicklung äußerst kritisch. Gerade vor dem Hintergrund des Verkaufs sei der Abschluss eines Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag dringender denn je. Welche Auswirkungen die Trennung der Premium- und Sporthäuser vom Karstadt-Konzern habe, sei noch völlig unklar. Deshalb pocht Verdi auf mehr Transparenz und Klarheit über die zukünftige Ausrichtung der Häuser.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein Pleitekonzern streikt
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    "An diesem Freitag macht Ver.di mobil. An zahlreichen Standorten des Unternehmens seien Arbeitsniederlegungen und Betriebsversammlungen geplant, sagte eine Verdi-Sprecherin am Donnerstag in Berlin."

    Glauben sie, mit diesen Maßnahmen Arbeitsplätze "retten" zu können? Wie war das bei Quelle, Neckermann, Schlecker? Alle sind Geschichte. Und so wird es auch bei Karstadt sein.

    Wie sagte schon Münte:
    "SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering hat es auf seine Weise erklärt. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, sagte er von Katharina Schuler".

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