Streikdrohungen
Mehdorn in der Klemme

Die Regierung mischt sich in den Tarifstreit zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft GdL ein. Angesichts der neuen Streikdrohungen warnt Wirtschaftsminister Glos vor „schwerwiegenden Folgen für den Aufschwung“ in Deutschland. SPD-Fraktionschef Peter Struck schlägt sich auf die Seite der Bahn und attackiert die GDL scharf. Doch Bahnchef Mehdorn droht längst nicht mehr nur von den Lokführern Ungemach.

HB BERLIN. Vertreter von Bundesregierung und Wirtschaft haben vor schwerwiegenden Folgen des Bahnstreiks für den Aufschwung gewarnt. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte der „Bild am Sonntag“: „Der robuste wirtschaftliche Aufschwung ist im Moment durch einen hohen Ölpreis und einen starken Euro belastet. In dieser Situation ist ein Streik, der den Güterverkehr stark behindert, Gift für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.“

Der Minister erinnerte Gewerkschaft und Bahn daran, „dass sie auch gegenüber den Verbrauchern und der deutschen Wirtschaft eine hohe Verantwortung tragen“. „Wir brauchen jetzt endlich eine schnelle Einigung“, sagte Glos.

Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte den Konzernvorstand und die Lokführer-Gewerkschaft dazu auf, wieder miteinander zu verhandeln. Der Bund könne zwar weder Schiedsrichter sein noch sich aktiv in den Konflikt einmischen, doch wolle er auf eine „sachliche Form der Auseinandersetzung“ drängen, sagte der SPD-Politiker der „Leipziger Volkszeitung“.

„Im Moment ist man dabei, einen gigantischen volkswirtschaftlichen Verlust und schweren Imageschaden der DB AG auch im Wettbewerb mit der Straße zu produzieren. Das darf sich ein Unternehmen von dieser Bedeutung eigentlich nicht leisten“, sagte Tiefensee dem Blatt.

SPD-Fraktionschef Peter Struck forderte die Bahn zu Härte gegenüber der GDL auf. Er stehe klar auf der Seite Mehdorns, sagte Struck der „Bild am Sonntag“. Es könne keinen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer geben: „Es muss gelten: ein Betrieb, ein Tarif.“

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser sagte der Zeitung: „In der Metall- und Elektro-Industrie treten meist schon nach drei Tagen ohne Lieferungen Materialverknappungen auf, speziell in der jetzigen Phase weltweiter Warenengpässe.“ Ähnlich äußerte sich Dieter Ameling, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl: „Wenn der Streik des Güterverkehrs ausgeweitet wird, kann es bei einigen Stahlunternehmen zu Produktionsminderungen kommen.“

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