Streiks ausgesetzt
Bahner schonen Fahrgäste bis Donnerstag

Die Bahn will ihren Mitarbeitern ein neues Lohnangebot machen. Bis zur Vorlage desselben am Donnerstagmorgen setzen die beiden großen Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA ihre Warnstreiks aus. Auch die dritte Gewerkschaft, die der Lokführer, will stillhalten – vorerst.

HB BERLIN. Die Aussetzung des Streiks teilte der Vorsitzende der Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, am Mittwoch in Berlin mit. Wie es im Laufe der Woche weitergeht, wollen die Gewerkschaften nach Prüfung des angekündigten neuen Tarifangebots der Bahn entscheiden.

Dass die Bahn ein verbessertes Angebot vorlegen will, hatte Hansen nach einem Spitzengespräch mit Bahnchef Hartmut Mehdorn mitgeteilt. Wenn das Angebot ausreiche, würden die Warnstreiks auch über Donnerstag hinaus ausgesetzt. In Gewerkschaftskreisen hieß es, das Angebot werde am Donnerstag um 10 Uhr erwartet. Von der Bahn war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Das Unternehmen kündigte eine Pressekonferenz für Mittwoch 14 Uhr an.

Transnet und GDBA wollen für rund 134 000 Bahn-Beschäftigte Einkommenserhöhungen um 7 Prozent erreichen und untermauern ihre Forderung seit drei Tagen mit Warnstreiks. Das bisherige Angebot der Bahn lautet zwei Mal 2 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung innerhalb von 30 Monaten.

Doch selbst, wenn sich die beiden Gewerkschaften und die Bahn einigen, bleibt immer noch die Lokführer-Vertretung GdL, die mit ihrem Ausstand am Dienstag für das bislang größte Chaos auf der Schiene gesorgt hatte. Speziell die Bestreikung der S-Bahnen hatte Zehntausende Menschen getroffen. Am Donnerstag trifft sich die GdL getrennt von den beiden Konkurrenz-Gewerkschaften mit Bahnchef Mehdorn und will bis dahin die Warnstreiks aussetzen.

Die Forderungen der GdL gehen weiter als die von GDBA und Transnet. Sie verlangt einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer und Zugbegleiter. Bisher hat die Bahn das kategorisch abgelehnt. Ein Spartentarifvertrag würde „Mitarbeiter erster und zweiter Klasse“ schaffen, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel deutete am Dienstag Kompromissbereitschaft an. Die Arbeitnehmerorganisation, der 15 000 der rund 20 000 Lokführer bei den Töchtern des Bahnkonzerns angehören, will Lohnerhöhungen von bis zu 31 Prozent durchsetzen

Am Mittwoch hatten vereinzelte Warnstreiks von GDBA und Transnet den Fernverkehr merklich gestört. Ein Stellwerk wurde ebenso bestreikt wie der Schienenknotenpunkt Kasseler Hauptbahnhof. Dadurch erreichten viele ICEs ihr Ziel nur mit Verspätung oder fielen ganz aus. Dagegen lief der Nahverkehr vor allem in den Ballungszentren weitgehend normal.

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