Streikschaden auf zehn Millionen Euro beziffert
Nervenprobe bei der Bahn geht weiter

Der neue Lokführerstreik hat am Donnerstag Millionen Pendler bundesweit auf eine Geduldsprobe gestellt und Rufe nach einem Eingreifen der Politik lauter werden lassen. Am schwersten traf der Ausstand Ostdeutschland, wo der Regionalverkehr fast zum Erliegen kam.

HB BERLIN. Auch in vielen Großstädten im Westen war der S-Bahn-Verkehr stark eingeschränkt. Insgesamt fiel rund die Hälfte der Regionalzüge aus. Erst am Freitagmorgen wollten die Lokführer ihre Arbeit wieder aufnehmen. Ein Eingreifen des Bundes schloss Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee mit Verweis auf die Tarifautonomie dennoch aus. In dem festgefahrenen Streit konzentriert sich das Augenmerk nun immer mehr auf Sachsens Landesarbeitsgericht: Es will kommende Woche darüber beraten, ob das Streikverbot im Fern- und Güterverkehr bestehen bleibt.

Im Regional- und S-Bahn-Verkehr zwang der Ausstand Millionen Pendler zum Ausweichen auf andere Verkehrsmittel. Die Folge waren überfüllte U-Bahnen und Busse in den Großstädten, auf dem Weg in die Zentren bildeten sich größere Staus als sonst. In Leipzig und Rostock fuhren nach Angaben der Bahn sogar überhaupt keine S-Bahnen. Im Westen dagegen sei dank Notfallplänen die Hälfte der Züge gerollt. Ziel der GDL war es, 80 Prozent der Regionalzüge bundesweit lahmzulegen.

Die meisten Bahnkunden waren auf den Ausstand eingestellt und reagierten relativ gelassen, auch wenn sie für ein baldiges Ende des Konflikts plädierten.

Auch nach dem Ende des Streiks am Freitagmorgen um 8.00 Uhr war nach Angaben der Bahn noch mit Behinderungen zu rechnen, ab Samstagmorgen würden dann alle Züge wieder planmäßig fahren.

Die GDL zeigte sich weiter kampfbereit. „Die Stimmung ist absolut hervorragend, die Streikmoral unserer Leute ist ungebrochen“, sagte GDL-Vize Claus Weselsky Reuters TV. Auch die Lokführer im Güter- und Fernverkehr seien jederzeit zum Ausstand bereit. Er gehe davon aus, dass sich die Zahl der ausfallenden Züge bis zum Ende des Streiks noch erhöhen werde, weil die Lokführer abgelöst werden müssten. Verärgert reagierte Weselsky auf eine halbseitige Bahn-Anzeige in der „Bild“-Zeitung. Der Konzern wiederholt darin sein Tarifangebot an die Lokführer und fügt hinzu: „Das ist das beste Angebot, das wir machen können“. Weselsky sprach von einem Eigentor der Bahn, dass die Lokführer der GDL nur weiter für den Streik motiviere.

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