Streit in der Familie: Robert Tönnies unterliegt gleich doppelt

Streit in der Familie
Robert Tönnies unterliegt gleich doppelt

Zumindest zwei Verfahren zwischen Robert Tönnies und seinem Onkel Clemens sind beendet: Das Landgericht Bielefeld entschied am Freitag zugunsten des Schalke-Chefs. Der eigentliche Konflikt schwelt aber weiter.
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DüsseldorfIm Streit um das Familienerbe beim Fleischereikonzern Tönnies hat Geschäftsführer Clemens Tönnies einen kleinen Sieg errungen. Am Freitag entschied das Landgericht Bielefeld, zwei Klagen von Tönnies' Neffen Robert abzulehnen. Der jüngere der beiden Gesellschafter hatte seinen Onkel verklagt, weil dieser in einer Gesellschafterversammlung gegen einen seiner Vorschläge gestimmt hatte.

In der Versammlung hatte Robert Tönnies beantragt, die Verträge mit dem Steuerberater Josef Schnusenberg sowie mit einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu kündigen. Während Robert dafür gestimmt hatte, hatte sein Onkel Clemens gegen den Antrag votiert. Robert Tönnies hatte daraufhin geklagt, weil er der Ansicht war, dass die beantragten Beschlüsse „rechtswirksam gefasst“ worden seien, wie es vom Gericht heißt. Er sei der Auffassung gewesen, „die Ablehnung der Beschlussvorschläge durch Clemens Tönnies sei treuwidrig und damit nichtig“.

Die beiden Parteien hatten sich vor der Urteilsverkündung bereits geeinigt, das Gericht hätte die Klage aber abgewiesen, da eine Zustimmung für Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nicht verpflichtend gewesen sein. Ihm sei „die begehrte sofortige Kündigung nicht zuzumuten“, da dies Nachteile für den Fleischereikonzern bedeutet hätte, argumentiert die achte Kammer des Landgerichts. Die Tätigkeit von Steuerberater Schnusenberg sei nicht „übergangslos ersetzbar“ gewesen.

Im zweiten Teil der Klage, in der es um die Kündigung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Lohr and Company ging, urteilte das Gericht ebenfalls gegen Robert Tönnies. Dieser hatte argumentiert, das Vertrauensverhältnis zwischen ihm und dem Seniorpartner der Gesellschaft sei zerrüttet gewesen. Das Gericht konnte diese nicht feststellen, da es kein Handeln zum Nachteil des Klägers erkennen konnte.

Der Rechtsstreit ist nur einer von fünf, den Robert und Clemens Tönnies derzeit austragen. Die beiden Gesellschafter des Fleischereikonzerns Tönnies streiten um das Erbe, das Bernd Tönnies, Vater von Robert und Bruder von Clemens, hinterlassen hat. Robert Tönnies will eine Schenkung von fünf Prozent der Firmenanteile an seinen Onkel widerrufen. Er wirft ihm groben Undank vor. Am Montag beginnt zudem ein neuer Prozess vor dem Oberlandesgericht, in dem Clemens Tönnies das Doppelstimmrecht zugesprochen bekommen will. Das Landgericht Bielefeld hatte dem in zweiter Instanz widersprochen.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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