Streit mit EU
Lufthansa bessert AUA-Angebot nach

Im Poker um die Übernahme der österreichischen Fluglinie AUA geht die Lufthansa auf die EU zu: Die deutsche Fluggesellschaft macht den Wettbewerbshütern aus Brüssel Zugeständnisse. Details wurden nicht genannt. Österreichs Finanzministers Josef Pröll zeigte sich erleichtert.

HB FRANKFURT. Der EU-Kommission sei ein neues Angebot vorgelegt worden, erklärte am Donnerstag ein Sprecher des Unternehmens in Frankfurt. Er bestätigte damit Aussagen des österreichischen Finanzminister Josef Pröll (ÖVP). Die EU verlangt für ihre Zustimmung zu der Übernahme, dass Lufthansa/AUA auf einzelnen Strecken von und nach Wien Wettbewerb zulässt, indem sie auf Start- und Landerechte verzichtet.

Zu Einzelheiten wollte sich der Lufthansa-Sprecher nicht äußern. Man sei mit den Zugeständnissen an die Grenzen des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen. Nun sei die EU-Kommission am Zug. Er erinnerte zudem erneut an die zum Monatsende auslaufende Frist des Übernahmeangebots.

Die EU-Kommission, die dem Deal zustimmen muss, hatte zuletzt kartellrechtliche Bedenken geäußert. Eine erfolgreiche Übernahme wurde immer fraglicher, weil die Wettbewerbshüter in Brüssel von der Lufthansa mehr Zugeständnisse forderten, als diese bereit war zu machen. Konkrete Sorgen bereiten den EU-Wettbewerbshütern Routen von Wien nach Frankfurt am Main, Köln, München, Zürich und Genf. Hier müssten die Passagiere zwischen verschiedenen Fluggesellschaften wählen können.

Pröll wertete die nachgebesserte Offerte als klares Signal der Lufthansa, dass diese den Deal wolle und zu Konzessionen bereit sei. Es sei extrem hart verhandelt worden. Er hoffe nun, dass die EU- Kommission den Deal in den nächsten Tagen genehmigen werde. Er stehe in ständigem Kontakt mit Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, der EU- Kommission und Vertretern der AUA, so der Finanzminister.

Die AUA befindet sich noch zu rund 42 Prozent im Besitz der österreichischen Staatsholding ÖIAG. Lufthansa hatte im Dezember 2008 vereinbart, diesen Anteil an der hoch defizitären österreichischen Fluglinie für zunächst 366 000 Euro zu kaufen. Zudem sieht der Vertrag weitere Zahlungen je nach wirtschaftlicher Entwicklung des Unternehmens vor. Insgesamt könnte Lufthansa für eine Komplettübernahme maximal 382 Mio. Euro auf den Tisch legen.

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