Streit mit Kellerhals
Metro-Chef Koch erringt Sieg über Media-Saturn-Gründer

Metro hat einen wichtigen Sieg im Machtkampf bei Media Saturn errungen. Ein Gericht hat die Klage von Firmengründer Erich Kellerhals zurückgewiesen. Olaf Koch sieht seinen Konzern nun voll handlungsfähig.
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MünchenDer Handelsriese Metro hat im Dauer-Zwist mit Media-Saturn-Gründer Erich Kellerhals um das Sagen bei Europas größter Elektrohandelskette einen Punktsieg verbucht. Die Debatte, ob Media Saturn wegen mangelnden Durchgriffs des Düsseldorfer Managements aus den Büchern der Metro genommen werden muss, sieht der Konzern nun als beendet an. Damit steigen die Chancen der Metro wieder, dass die Aktien des Händlers nicht aus dem Dax absteigen. Metro-Aktien legten am Mittag in einem kaum veränderten Gesamtmarkt um rund 1,5 Prozent zu.

Das Oberlandesgericht München erkannte die Einrichtung eines Beirats bei Media Saturn, mit dem Metro-Chef Koch die umfassenden Veto-Rechte Kellerhals' aushebeln will, am Donnerstag als wirksam an. Der Beirat soll anders als der Gesellschafterausschuss, in dem Kellerhals über eine Sperrminorität verfügt, bei Media Saturn mit einfacher Mehrheit entscheiden. Kellerhals wollte dieser Entmachtung vor dem OLG einen Riegel vorschieben - das Gericht erklärte sich nun aber für nicht zuständig.

Vielmehr befinde das Schiedsgericht darüber, welche Mehrheit im Beirat gelte und welche Fragen dieser entscheiden müsse, verkündeten die Münchener Richter. Und das Schiedsgericht hatte am Vortag in einem Kernpunkt zu Gunsten der Metro entschieden: So kann der Beirat mit den Stimmen des Mehrheitseigners Metro etwa über Zukäufe und Budgetfragen entscheiden - also beispielsweise Investitionspläne.

Der Düsseldorfer Konzern sieht damit den Verdacht entkräftet, trotz seines Anteils von 75,41 Prozent an Media Saturn keine Kontrolle über die Ingolstädter Tochter ausüben zu können. Dieser Anschein hatte Spekulationen geweckt, Metro dürfe die Tochter nicht voll in die Bücher nehmen, die im vorigen Jahr mehr als 20 Milliarden Euro zum Umsatz des Konzerns von 66,7 Milliarden Euro beitrug.

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  • Die Vorraussetzung unter der ein Anteil des eigenen Unternehmens verkauft wurde, sollte nicht nachträglich anfechtbar sein. Hier geht es sicherlich nicht um finanzielle Interessen von Herrn Kellerhals sondern um sein Lebenswerk und viele tausend MA denen er sich verpflichtet fühlt.

  • Wenn Herr Kellerhals, wie im HB heute zu lesen, sagt er könne j e d e n Beiratsbeschluss anfechten so verstehe ich das als Drohung. Wie verbohrt muss dieser Mann sein? Im GG steht Eigentum verpflichtet. Auch wenn das hier nicht so recht passt sollte man berücksichtigen, dass hinter der Media/Saturn viele Arbeitsplätze und indirekt auch Metro Aktionäre stehen.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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