Streit um Ausrichtung der Fluggesellschaft eskaliert
Investor gibt Beteiligung bei DBA auf

Hinrich Bischoff steigt nach einem Streit über die künftige Ausrichtung überraschend bei der Fluglinie DBA (früher Deutsche BA) wieder aus. Erst Mitte März hatte der mit einem Pool von 40 Maschinen größte deutsche Flugzeugleasing-Unternehmer (Germania) 64 Prozent der Anteile an DBA erworben. „Dieses Paket übernimmt jetzt die DBA selbst“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

ebe/mwb MÜNCHEN.

„Wir haben uns entschlossen, als Gesellschafter zukünftig getrennte Wege zu gehen, als Leasing-Partner hingegen weiter eng zusammenzuarbeiten“, sagte DBA-Aufsichtsratschef Hans Rudolf Wöhrl. DBA und Bischoffs Billiglinie Germania Express (Gexx) hatten bereits im Februar ihr Streckennetz zusammengelegt. Dabei bleibt es auch weiterhin. Die wichtigen Start- und Landerechte in Frankfurt, die Gexx einbrachte, verbleiben bei der DBA. Auch wird die DBA künftig mit 14 Flugzeugen von Bischoff zwei mehr als bisher einsetzen. DBA fliegt mit 29 Flugzeugen und ist die drittgrößte deutsche Linienairline.

Hinter den Kulissen gab es grundsätzliche Meinungsunterschiede. Germania-Gründer Bischoff, dessen Mitarbeiter ohne Gewerkschaften und Tarifverträge arbeiten, hatte in Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi eine deutliche Senkung der DBA-Bedingungen gefordert. Offenbar muss die Fluggesellschaft die Kosten weiter drastisch senken. „Herr Dr. Bischoff, Herr Wöhrl und die Geschäftsführung waren sich darin einig, dass die DBA vor einer schweren wirtschaftlichen Situation steht“, heißt es in einem Verdi-Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt. Die von Bischoff geforderten Kürzungen wären die Grundlage für sein langfristiges Engagement, hieß es. Die geforderten Einschnitte lehnte Verdi jedoch ab. Verdi vertritt das Kabinenpersonal.

Darüber hinaus soll der Germania-Chef deutlich gemacht haben, sein Engagement bei der DBA zu „überdenken“, sollte er keine Einigung mit den Piloten erzielen. Diese sind über die Vereinigung Cockpit organisiert. „Bischoffs Forderungen drohten den Betriebsfrieden zu zerstören“, bestätigten Kreise.

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