Streit um Elbphilharmonie
Hochtief willigt bei Schiedsverfahren ein

Baukonzern Hochtief hat im Konflikt mit Hamburg einem unabhängigen Schiedsverfahren zugestimmt. Der Streit um die Statik des Elbphilharmonie-Daches schwelt aber weiter. Ein Behördensprecher hofft auf Bewegung
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HamburgIm Streit um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie hat der Baukonzern Hochtief einem unabhängigen Schiedsverfahren zugestimmt. Weitere Vorschläge der Stadt Hamburg zur Lösung des Konflikts lehnt der Baukonzern jedoch ab. Hochtief reagierte damit am Montag auf einen internen Lösungsvorschlag der Stadt vom 12. April.

„Nur an wenigen Stellen greift der städtische Bauherr die zahlreichen Anregungen von Hochtief auf. Das gilt zum Beispiel für die Aufstellung eines gemeinsamen, verbindlichen Terminplans oder die Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten durch die Einrichtung eines unabhängigen Schiedsverfahrens“, teilte der Konzern mit.

Streit gibt es noch immer um die Konstruktion des Saaldaches. Hier hatte die Stadt Hochtief aufgefordert, das Saaldach bis zum 31. Mai abzusenken - ansonsten drohe die Kündigung der Verträge.

Hochtief behauptet dagegen, das Saaldach erst absenken zu können, wenn bestimmte Pläne vorliegen. Laut Kulturbehörde liegen Hochtief alle erforderlichen Pläne zur Absenkung des Daches vor.

Um die Statik des Saaldaches streiten Hochtief und die Stadt bereits seit November. Hochtief weigert sich, das Saaldach abzusenken - also die bisher gebaute Konstruktion mit dem Gebäude zu verbinden - weil sie Bedenken bezüglich der Haltbarkeit der Konstruktion hat. Deshalb ruhen seit November die Arbeiten an dem Dach.

Nach einem weiteren Gutachten der Stadtentwicklungsbehörde, das der Stadt Recht gab, hatte Hochtief Ende Februar zunächst angekündigt, weiterbauen zu wollen. Die Stadt vermutet, dass Hochtief dies lediglich aus juristischen Gründen bisher nicht tut. Nach Schätzungen der Kulturbehörde kostet jeder Tag Stillstand auf der Baustelle rund 100.000 Euro.

Die Gesamtkosten für das umstrittene Bauprojekt im Hamburger Hafen sind mittlerweile auf mehr als eine halbe Milliarde Euro gestiegen, die Eröffnung wurde auf 2014 verschoben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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