Streit um Elbphilharmonie
Zweites Ultimatum für Hochtief läuft aus

Seit acht Monaten ruhen die Arbeiten auf der Baustelle der Elbphilharmonie. Am Mittwoch endet ein zweites Ultimatum der Stadt Hamburg an Hochtief. Dort will man fristgerecht eine Antwort einreichen.
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HamburgMit Spannung wird am Mittwoch die Entscheidung im Streit um die Hamburger Elbphilharmonie erwartet. Nachdem ein erstes Ultimatum zum Weiterbau an Hochtief ergebnislos verstrichen war, hatte die Stadt Hamburg den Baukonzern aufgefordert, bis zum 4. Juli schriftlich zu bestätigen, die Arbeiten an dem Dach des Konzertsaales wieder aufzunehmen. Ansonsten droht die Stadt mit der Kündigung „aller Verträge“. Die Arbeiten auf der Baustelle ruhen seit November 2011, weil sich die Stadt und Hochtief über die Sicherheit des Daches streiten. Mehrere städtische Gutachten hatten die Sicherheit bestätigt, während Hochtief weiter Bedenken hegt.

In dem Schreiben der städtischen Realisierungsgesellschaft (Rege) vom 21. Juni wurde deutlich, dass die Stadt ernsthafte Zweifel daran hat, ob Hochtief „eine für beide Seiten akzeptable, einvernehmliche Regelung“ finden möchte. Der Baukonzern wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, „differenziert Stellung beziehen“ und „Lösungsvorschläge“ machen zu wollen. „Wir werden der Stadt morgen fristgerecht antworten“, sagte Hochtief-Sprecher Bernd Pütter am Dienstag der dpa. „Wir erwarten morgen in irgendeiner Form eine Reaktion von Hochtief“, bestätigte der Sprecher der Kulturbehörde, Enno Isermann.

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) erwartet von Hochtief eine bedingungslose Zusage, das Saaldach zu Ende zu bauen. Es gebe eine genehmigte Planung und die könne umgesetzt werden. „Hochtief kann gerne das Saaldach ertüchtigen, wenn sie meinen, das sei nötig. Dazu brauchen sie unsere Hilfe nicht“, sagte die Senatorin der dpa. Auch das Schiedsgerichtsverfahren, dem Hochtief zu einem früheren Zeitpunkt bereits zugestimmt hätte, müsse endlich auf den Weg gebracht werden. Sollte Hochtief diese Forderungen nicht erfüllen, werde die Stadt das Konzerthaus eben alleine weiterbauen. „Dann bauen wir weiter. Dafür gibt es die städtische Rege.“

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) zeigte sich weiterhin zuversichtlich, dass Hochtief die Arbeiten an der Elbphilharmonie wieder aufnehmen wird. „Meine Erwartung an Hochtief ist ganz schlicht: Vertragserfüllung“, sagte Scholz im „Hamburg Journal“ des NDR-Fernsehens. Er sei Optimist und gehe davon aus, dass auch Hochtief zu Ende bauen möchte. Weniger optimistisch zeigte sich die Linke in der Hamburger Bürgerschaft. „Solche Vereinbarungen mit Hochtief sind offensichtlich sinnlos“, sagte der kulturpolitische Sprecher Norbert Hackbusch. Er forderte die Stadt auf, sich von dem Unternehmen zu trennen.

Seit Jahren streiten sich die Stadt und Hochtief um das spektakuläre Bauwerk. Zunächst sollte das Konzerthaus der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Mittlerweile wird die Elbphilharmonie die Stadt mindestens 323 Millionen Euro kosten. Die Opposition spricht jedoch schon von 100 Millionen Euro Mehrkosten wegen Bauzeitverlängerungen und Nachtragsforderungen. Die Eröffnung ist jetzt für 2015 geplant.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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