Streit um Konzern-Umbau
Allianz-Arbeitnehmer rüsten sich für Konflikt

Im Streit um den radikalen Konzernumbau und den erwarteten Stellenabbau bei der Allianz in Deutschland rüsten sich die Arbeitnehmer für den Konflikt. Verdi ließ jetzt vorsorglich eine Haustarif-Kommission bei der Allianz wählen. Dies könnte der erste Schritt zu einem Arbeitskampf bei Deutschlands größtem Versicherungskonzern sein, falls der Vorstand keine Beschäftigungs- und Standortgarantien geben will.

HB MÜNCHEN. „Die Verhandlungen mit dem Vorstand verlaufen zäh, schleppend und unbefriedigend“, sagte Uwe Foullong vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi in München. Wegen der großen Unsicherheit sei die Stimmung bei den Beschäftigten ausgesprochen schlecht.

Die Allianz hat ihre Kranken-, Lebens- und Sachversicherung in Deutschland zum Jahreswechsel unter einem Dach gebündelt. Die Höhe des damit verbundenen Stellenabbaus will Konzernchef Michael Diekmann erst im Sommer auf den Tisch legen. Spekuliert wird über den Verlust von bis zu 10 000 Arbeitsplätzen. Derzeit verhandelt die Konzernspitze mit dem Betriebsrat einen möglichen Sozialplan. Verdi ist bei den Beratungen - kommende Woche ist das nächste Treffen – beratend dabei. „Wenn der Vorstand nicht bald befriedigende Angebote macht, werden wir den Vorstand zu Haustarifverhandlungen auffordern“, sagte Foullong. Dann käme die jetzt gewählte Haustarif-Kommission ins Spiel, und es wäre am Ende auch ein Streik möglich.

Bei Verdi wächst die Ungeduld. „Der Vorstand muss endlich einlenken“, sagte Foullong. Mit einer Demonstration von 1 000 Beschäftigten will die Gewerklschaft bei der Hauptversammlung am 3. Mai in München den öffentlichen Druck erhöhen. „Das schadet ja inzwischen dem Image des Unternehmens“, sagt der Gewerkschafter. Zudem sei die Allianz auf die Motivation der Mitarbeiter angewiesen. „Es ist für den Konzern wichtig, dass der Umbau mit und nicht gegen die Beschäftigten stattfindet.“ Foullong forderte eine Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter bis 2012. Finanziell sei der Versicherer für einen sanften Stellenabbau gerüstet, ist der ver.di-Vorstand überzeugt: „Wer Rekordergebnisse einfährt, steht ganz besonders in der Verantwortung.“

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