Streit um Leihpersonal Schlappe für den Lufthansa-Betriebsrat

Der Betriebsrat der Lufthansa musste im Streit um Leihstewardessen einen Rückschlag einstecken. Eine einstweilige Verfügung wurde vom Arbeitsgericht abgelehnt. Die Personalvertreter dürften zwar rügen, aber nicht klagen.
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Eine Stewardess der Fluglinie Lufthansa. Quelle: dapd

Eine Stewardess der Fluglinie Lufthansa.

(Foto: dapd)

FrankfurtIm Dauerstreit um Leihstewardessen bei der Lufthansa hat der Kabinen-Betriebsrat eine Schlappe erlitten. Das Landesarbeitsgericht Hessen lehnte am Dienstag in zweiter Instanz eine einstweilige Verfügung gegen den im Juni in Berlin gestarteten Flugbetrieb mit Mitarbeiterinnen der Zeitarbeitsfirma AviationPower ab. Die Personalvertretung könne das Vorgehen der Lufthansa zwar rügen, nicht aber vor Gericht beklagen, begründete der Vorsitzende Richter die Entscheidung. Ob die Lufthansa gegen geltende Tarifverträge verstoße, müsse in einem Prozess zwischen den Tarifparteien entschieden werden.

Lufthansa fliegt seit dem 3. Juni einige Maschinen ab Berlin mit Leih-Personal. Die neuen Kräfte verdienen laut Unternehmen in der Eingangsstufe genauso viel wie bei Lufthansa Classic, müssen aber neun Prozent mehr arbeiten. Spätere Gehaltssteigerungen entfallen. Insgesamt sollen 240 Leih-Stewardessen bei AviationPower eingestellt werden. Die Gewerkschaft fürchtet die Ausweitung des Modells auf den gesamten dezentralen Europaverkehr der Lufthansa.

Eine Verbandsklage der Kabinengewerkschaft UFO gegen die Leiharbeit liegt beim Arbeitsgericht Frankfurt vor, ein Termin steht aber noch nicht fest. Die Gewerkschaft pocht auf ein 2005 vereinbartes Verbot der sogenannten Fremdbereederung, also den Einsatz externer Beschäftigter in den Jets.

Der Betriebsrat versucht zusätzlich mit einer Vielzahl von Einzelklagen den Betrieb mit den Leihcrews unattraktiv zu machen. Man habe bereits durchgesetzt, dass die Umläufe der Leiharbeiterinnen nach den selben Kriterien geplant werden müssen wie bei der Lufthansa, sagte Betriebsratschef Alexander Behrens. Auch der Einsatz kostengünstiger Kabinenchefs anstelle der höher eingruppierten Purser sei nicht mehr möglich. „Je weiter man ins Detail geht, desto deutlicher wird die Unmöglichkeit des Vorhabens der Lufthansa“, sagte Behrens und kündigte weiteren Widerstand gegen die Sparpläne an.

  • dpa
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