Streit um Manager-Posten
Etappensieg vor Gericht für Metro

Metro darf einen Manager in die Media-Saturn-Spitze entsenden – auch wenn es der Elektronikhandelskette nicht gefällt. Das Urteil vor dem Landgericht Ingolstadt ist ein weiterer Schritt im Machtkampf um den Einzelhandel.
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IngolstadtIm Machtkampf um Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn hat sich der Handelsriese Metro vor Gericht mit einer wichtigen Personalie durchgesetzt. Der von dem Düsseldorfer Mehrheitseigner an die Media-Saturn-Spitze entsandte Manager Pieter Haas könne auf seinem Posten bleiben, entschied das Landgericht Ingolstadt am Donnerstag. Minderheitsgesellschafter und Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals hatte versucht, Haas mit einer einstweiligen Verfügung aus dem Amt zu drängen.

Metro habe aber nach dem Gesellschaftervertrag bei Media-Saturn einseitig das Recht, Geschäftsführer zu bestellen, sagte der Vorsitzende Richter Konrad Kliegl in Ingolstadt. Metro habe damit auch „die Befugnis, jemand zu bestellen, der dem anderen nicht passt“. Aus diesem Grund bestehe für die Kellerhals-Gesellschaft Convergenta auch „kein Anspruch, Herrn Haas die Ausübung der Tätigkeit als Geschäftsführer zu verbieten“. Der Manager sei fachlich geeignet. „Er hat das in den vergangenen vier Jahren bewiesen, dass er das kann.“

Haas war bereits von 2009 bis 2013 Geschäftsführer bei Media-Saturn. Dann kündigte er und wechselte in den Metro-Vorstand nach Düsseldorf. Im Frühjahr kam er in die Media-Saturn-Führung zurück, weil der damalige Chef im Zwist mit Kellerhals entnervt die Brocken hingeworfen hatte. Seinen Vorstandsposten bei Metro behielt Haas zudem. Richter Kliegl verwies darauf, dass Haas nur einer von sechs Geschäftsführern sei und „kein Alleinherrscher“.

Über Standort-Fragen etwa entscheide er nicht allein. Das sieht auch Kellerhals so: Die Media-Saturn-Gesellschafterversammlung sei weiter für Standorteröffnungen zuständig, teilte die Kellerhals-Gesellschaft Convergenta mit. Diese gehe aus einem Urteil des OLG München hervor. Die Metro betonte dagegen, die Media-Saturn- Geschäftsführung sei weiter „ausschlaggebende Instanz für die Standortstrategie“. Im Übrigen wolle der Konzern die Urteilsbegründung abwarten.

Minderheitsgesellschafter Kellerhals wirft Haas unter anderem vor, einseitig Interessen der Metro zu vertreten und kein Konzept für die Zukunft der Kette zu haben. Haas, der neben seinem Posten in Ingolstadt auch noch Vorstandsmitglied der Metro ist, gebe „ein Interview nach dem anderen, in dem er sich jeweils brüstet, angeblich eine neue Strategie zu haben“, erklärte Kellerhals auf seiner Internet-Seite: "Bei genauem Hinsehen entpuppt sich vieles aber nur als heiße Luft." Die Mitarbeiter in der Media-Saturn-Zentrale seien unter Haas Führung „demotiviert und orientierungslos“.

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„Ein guter Tag für Media-Saturn“

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