Streit um Media-Saturn Kellerhals klagt gegen Metro-Aufspaltung

Der Streit der Metro mit Erich Kellerhals eskaliert weiter: Der Minderheitsaktionär von Media-Saturn hat eine Anfechtungsklage gegen die Teilung des MDax-Konzerns eingereicht. Doch noch gibt es Hoffnung auf Einigung.
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Der Mitgründer von Media Markt verfügt in vielen Fragen über weitgehende Vetorechte. Quelle: dpa
Erich Kellerhals

Der Mitgründer von Media Markt verfügt in vielen Fragen über weitgehende Vetorechte.

(Foto: dpa)

DüsseldorfGegen die Pläne der Metro, das Unternehmen aufzuspalten, formiert sich juristischer Widerstand. Wie das Handelsblatt von Insidern erfuhr, hat Erich Kellerhals, Minderheitsaktionär der Metro-Tochter Media-Saturn-Holding, vor Gericht eine Anfechtungsklage eingereicht. Ein Sprecher von Convergenta, der Investmentgesellschaft von Kellerhals, wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern. Auch die Metro gab dazu keinen Kommentar ab.

Kellerhals, der rund 21 Prozent an Media-Saturn hält, streitet seit vielen Jahren mit Mehrheitseigner Metro um die Macht bei dem Elektronikhändler. Seit klar ist, dass sich die Metro aufspalten will, gibt es Mediationsgespräche mit dem Ziel einer möglichen Trennung und Abfindung von Kellerhals.

Eine erste Mediationsrunde unter der Vermittlung des Investors Clemens Vedder war Ende Januar kurz vor der entscheidenden Hauptversammlung der Metro ergebnislos abgebrochen worden. Die Parteien hatten sich nach Angaben von Insidern jedoch darauf verständigt, die Gespräche wieder aufzunehmen.

Das geteilte Metro-Reich
Die doppelte Metro
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Der Handelskonzern Metro spaltet sich in zwei Teile – einen Händler für Unterhaltungselektronik unter dem neuen Namen Ceconomy mit 22 Milliarden Euro Umsatz und den Bereich Großhandel und Lebensmittel mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro, der weiter unter dem Namen Metro auftritt. Beide neuen Unternehmen werden an der Börse notiert.

Koch bleibt an der Spitze
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Die neue Metro wird in ein separates Unternehmen abgespalten, geführt vom bisherigen Vorstandschef Olaf Koch. Er ist bereits seit Januar 2012 Metro-Chef, zuvor war er drei Jahre lang Finanzchef.

Anleger erhalten neue Aktien
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Für die neue Metro AG peilt der Konzern eine Börsenbewertung von etwa 7,5 Milliarden Euro an. Jeder bisherige Metro-Aktionär soll jeweils eine Aktie der neuen Metro und der Ceconomy AG erhalten. Die Aktien sind ab Oktober 2016 dividendenberechtigt. Beide neuen Aktiengesellschaften sollen die Kriterien für eine Notierung im MDax erfüllen.

Großhandel und Lebensmittel
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Das Ziel im Bereich Großhandel und Lebensmittel ist, bei einem geplanten Wachstum von drei Prozent die Gewinnmarge (Ebitda) stabil bei 4,9 Prozent zu halten – im Handel durchaus ein respektabler Wert. Das Unternehmen ist mit einem Umsatzanteil von 87 Prozent sehr stark auf Europa konzentriert. Problematisch ist auch das Geschäft in Russland und der Türkei, das zwar operativ gut läuft, aber stark unter dem Währungskurs leidet.

Fokus auf den Lieferdienst
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Im Großhandel, wo Metro europäischer Marktführer ist, setzt der Händler zunehmend auf den profitableren Lieferdienst und verkleinert die Märkte. Gerade erst hat das Unternehmen die Übernahme des französischen Unternehmens Pro à Pro abgeschlossen, das Lebensmittel an Kantinen und Restaurants liefert. In Asien hat sich Metro vor kurzem mit dem Kauf des Lieferdienstes Classic Fine Foods verstärkt.

Real-Märkte
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Die größte Baustelle der neuen Metro ist die Supermarktkette Real. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz erneut flächenbereinigt um 1,1 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zurück, immerhin konnte im Gegensatz zum Jahr zuvor ein kleiner Gewinn erzielt werden. Hoffnungen setzt das Unternehmen auf das neue Markthallen-Konzept, das erstmals in Krefeld gezeigt wird. Dort ergänzt ein großes Angebot an hochwertiger Gastronomie den Supermarkt.

Peter Haas führt Ceconomy
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Die bisherige Metro AG wird in Ceconomy umbenannt. In ihr bleibt unter der Leitung von CEO Pieter Haas im Wesentlichen das Geschäft der beiden Handelsketten Media Markt und Saturn mit mehr als 1000 Märkten in neun europäischen Ländern.

Die Hauptversammlung der Metro hatte am 6. Februar mit großer Mehrheit der geplanten Aufspaltung des Konzerns zugestimmt. Das Geschäft mit dem Großhandel und die Supermärkte unter der Marke Real sollen abgespalten werden in einer neuen Gesellschaft, die dann wieder Metro heißen soll. Der Elektronikhandel rund um Media Markt und Saturn verbleibt in einer Holding unter dem Namen Ceconomy. Beide Unternehmen sollen künftig im MDax notiert sein.

Aktionäre hatten ab dieser Entscheidung die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen eine Anfechtungsklage einzureichen. Diese Frist ist am Montag dieser Woche abgelaufen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll Kellerhals nicht der einzige Anteilseigner sein, der eine Anfechtungsklage eingereicht hat.

Metro offen für Aufteilung von Media-Saturn
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