Streit um Provisionsstreichung
DRV klagt gegen die Lufthansa

Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) hat wie geplant Klage gegen die Deutsche Lufthansa wegen des geplanten Wegfalls von Provisionen eingereicht.

HB BERLIN/KÖLN. Das teilte der DRV am Montag in Berlin mit. Das Landgericht Köln konnte den Eingang zunächst nicht bestätigen. Im Rahmen einer Verbandsklage solle geprüft werden, ob die zum 1. September vorgesehen Streichung der Provision für Flugtickets zulässig ist. Die Reisebüros könnten sich dadurch gezwungen sehen, die Preise für ihre Kunden zu erhöhen, sagte eine DRV-Sprecherin.

Eine Sprecherin der Lufthansa sagte, das Unternehmen habe die Umstellung auf Netto-Preise, die keine Provisionen mehr enthalten, umfassend juristisch geprüft und sehe der bereits seit längerem angekündigten Klage „sehr gelassen“ entgegen. In ihrem eigenen Vertrieb über Call-Center, Ticket-Schalter und das Internet erhöhen sich die Preise ab September je nach Flugziel um eine Service-Gebühr von 30 beziehungsweise 45 €. In welcher Höhe die Preise der Reisebüros anziehen, ließe sich allgemein nicht sagen, betonte die DRV-Sprecherin. „Sie haben einen schweren Stand.“ Der von der Lufthansa angekündigte Betrag zuzüglich einer Papierticket-Gebühr entspreche einer durchschnittlichen Erhöhung um 6,5 %.

In einem vorhergehenden Prozess um niedrige Provisionen, die durch die Ausklammerung der Landegebühren bei der Ticketpreis-Berechnung seit 1996 entstanden waren, hatte die Lufthansa im Mai vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einen Erfolg erzielt. Der Prozess geht nun in eine neue Runde vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die DRV- Sprecherin sagte dazu, in den beiden Verfahren gehe es um unterschiedliche Dinge.

Die Lufthansa will sich nach eigenen Angaben mit der Streichung der Provisionen für die deutschen Reisebüros den Gepflogenheiten in ihren anderen Märkten - darunter die meisten europäische Länder und Nordamerika - anpassen. Eine aufschiebende Wirkung hat die Klage nicht. Der DRV bezieht sich unter anderem auf handelsrechtliche Grundsätze. Demnach sei es „sittenwidrig“, wenn ein Vertragspartner von einem anderen die Erbringung kostenloser Leistungen verlange.

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