Streit um Trikot-Logo
Real will DFB-Adler als Marke löschen lassen

Adler für alle: Nachdem der DFB eine einstweilige Verfügung gegen die Supermarktkette erwirkt hat, will Real den Markenschutz für den Adler auf den deutschen Trikots löschen lassen. Die Firma könnte damit Erfolg haben.
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München/DüsseldorfDer Adler auf den Trikots der deutschen Fußball-Nationalmannschaft könnte bald überall zu finden sein. Zumindest, wenn es nach der Supermarktkette Real geht. Die will das Tier nämlich selbst auf Shirts verwenden dürfen – und geht deshalb gegen den Markenschutz des Adlers vor. Real hat deshalb einen Antrag gestellt, den Markenschutz des DFB-Marke sowohl in Deutschland als auch in der EU zu löschen. Dieser ging sowohl an das Deutsche Patent- und Markenamt als auch an das EU-Pendant OAMI in Alicante. Auch Real bestätigte die Zuvor hatte darüber bereits die „Huffington Post“ berichtet.

Das kreisrunde Symbol mit dem Adler in der Mitte ziert auch die Brust der Fußball-Weltmeister-Elf und dürfte damit im Wert seit dem Gewinn der Fußball-WM noch einmal gestiegen sein. Nach Angaben des Patentamts erzielt der DFB jedes Jahr mehrere Millionen Euro mit der Lizenzvergabe für das Logo.

Laut Gesetz dürfen Staatswappen und andere staatliche Hoheitszeichen nicht als Marke geschützt werden, sie sind ein sogenanntes absolutes Schutzhindernis. Offen ist, ob es sich beim DFB-Adler um ein solches Zeichen handelt. Der Adler ist dem Bundeswappen durchaus ähnlich.

Auslöser des Streits war eine einstweilige Verfügung, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegen Real erwirkt hatte. Die Supermarktkette hat unter anderem Shirts mit einem leicht abgewandelten Adler-Emblem verkauft haben. Der Fußballverband untersagte dies, weil er das Abzeichen einst schützen ließ. Das wollte sich das Unternehmen nicht gefallen lassen: In einer Stellungnahme heißt es von Real, dass „Hoheitssymbole der Bundesrepublik Deutschland [...] nicht alleine zu Gunsten des DFB für dessen Geschäfte monopolisiert werden“ dürften. Der DFB in Frankfurt gab zunächst ebenfalls keine Stellung ab, behielt sich dies aber vor.

Der Adler, umgeben von einem Kreis und dem Schriftzug „Deutscher Fußball-Bund“ ist eine Wort-Bild-Marke, die unter anderem unter der Registernummer 302012058725 zu finden ist. In dieser Form ließ der Verband die Marke im November 2012 schützen. Daneben sind weitere Varianten geschützt, etwa eine farbige. Der Schutz erstreckt sich auf die Verwendung des Logos auf vielen Waren, von Büroartikeln bis hin zu Waschmittelpackungen oder Zuckerwaren.

Ihren Streit fechten Real und DFB inzwischen sogar vor Gericht aus. Das Landgericht München muss laut des Berichts der „Huffington Post“ darüber entscheiden, ob die Supermarktkette Schadensersatz zahlen muss. „Es geht um Fußmatten und Fußball-Fanbekleidung“, sagte eine Sprecherin des Landgerichts München I auf dpa-Anfrage. In dem Verfahren (Az.: 11 HKO 10510/14) will das Gericht am 7. August eine Entscheidung verkünden. Mit dem Gerichtsverfahren strebe Real eine „Grundsatzentscheidung sowie Rechtssicherheit für zukünftige Marketingaktionen sowie den Verkauf von Merchandisingprodukten“ an.

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  • Ich stelle demnächst den Antrag auf Löschung des Bundesadlers als geschützte Marke. So wenig wie ich damit durchkommen würde, darf Real damit durchkommen. Die Nationalmannschaft verkörpert prinzipiell eine Vertretung von Deutschland.

  • Es ist sehr fragwürdig, weshalb Mitarbeiter des Deutschen Patent- und Markenamts gelegentlich eingereichte Marken durchwinken, die tendenziell zum allgemeinen Sprachgebrauch gehören oder bei Bild- und Wort-/ Bildmarken beide Augen zugedrückt werden, wenn man einen Verstoß gegen das Wappen- und Flaggenrecht erkennen müsste.

    Zwar ist der DFB-Adler abwandelt, aber man erkennt eindeutig die große Ähnlichkeit mit einem offiziellen Zeichen, welches ausschließlich Behörden, der Bund, Anstalten des öffentlichen Rechts und öffentliche Körperschaften z.B. bei ihren Stempeln verwenden dürfen.

    Insofern ist die Wort-/Bildmarke des DFB auch nicht schutzwürdig.

    Der Verstoß gegen das Wappen- und Flaggenrecht ist nebenbei bemerkt eine Ordnungswidrigkeit, die bei Anzeige durchaus EUR 2.500,00 kosten kann.

    Das würde zwar den DFB nicht erschrecken, aber dies nur zur Info.

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