Streitpunkt ist der Kauf des Gebäudedienstleisters Gegenbauer Bosse im Jahr 2001
EnBW will Salamander-Manager zur Rechenschaft ziehen

Der Stromkonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW) schlägt sich mit Altlasten herum. Das Unternehmen hat zwei ehemalige Vorstände seiner zerschlagenen Tochter Salamander-Schuh auf Schadenersatz verklagt.

HB FRANKFURT. Ein EnBW-Sprecher bestätigte am Dienstagabend in Karlsruhe, dass das Unternehmen schon im November vergangenen Jahres gegen den bis 2002 amtierenden Salamander-Vorstandssprecher Wolfgang Müller und den damaligen Finanzchef Hans Peter Hehn eine Organhaftungsklage eingereicht habe. „Die Vorstände dort haben Dinge operativ umgesetzt, die nicht durch Beschlüsse des Aufsichtsrats gedeckt waren“, sagte der Sprecher. Die Klage sei beim Landgericht Stuttgart eingereicht worden.

Einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwochausgabe) zufolge verlangt der Konzern von Müller und Hehn 18 Millionen Euro. Die EnBW werfe beiden vor, beim Kauf eines Mehrheitsanteils an dem Berliner Gebäudedienstleister Gegenbauer Bosse 2001 ihre Kompetenzen überschritten zu haben. Inzwischen hat sich die EnBW im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft bei Gegenbauer Bosse Ende 2003 wieder auf eine Minderheitsposition zurückgezogen. Dass sie dabei weit weniger erlöst habe als beim Kauf, ist dem Zeitungsbericht zufolge die Grundlage der Schadenersatzforderung. Der EnBW-Sprecher wollte die Höhe der Forderung und den Gegenstand des Streits „weder bestätigen noch dementieren“.

Müller wies gegenüber der Zeitung die Vorwürfe zurück. Es habe einen Grundsatzbeschluss des Aufsichtsrats zum Kauf von Gegenbauer Bosse gegeben. Jeder Schritt sei mit den damaligen Aufsichtsratschefs abgesprochen gewesen. „Das ist die typische Rambo-Manier von (EnBW-Vorstandschef Utz) Claassen, der gegen alle und jeden prozessiert“, sagte Müller der Zeitung.

Im Moment steht Claassen aber selbst im Visier der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anfang März formelle Untersuchungen gegen Claassen eingeleitet. Die Behörde wirft dem Vorstandschef vor, die Bilanz des Jahres 2003 unrichtig dargestellt zu haben.

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