Strom-Anbieter
Teldafax-Insolvenzverwalter macht Kunden Versprechungen

Tausende Teldafax-Kunden fürchten nach der Pleite des Strom-Discounters um ihr Geld. Jetzt bemüht sich der Insolvenzverwalter um eine Beruhigung der Lage. Doch seine Erfolgsaussichten sind fraglich.
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TroisdorfTeldafax-Insolvenzverwalter Biner Bähr bemüht sich um eine Stabilisierung des zahlungsunfähigen Strom-Discounters. „Die ununterbrochene Lieferung von Strom und Gas ist vorrangig“, sagte sein Sprecher Wolfgang Weber-Thedy am Mittwoch. „Selbstverständlich beliefern wir unsere Kunden weiter.“ Umgekehrt seien aber auch die Stromkunden verpflichtet, weiterhin ihre Rechnung zu bezahlen.

Bähr hat mit seiner Bestellung zum vorläufigen Insolvenzverwalter das Sagen bei dem Troisdorfer Unternehmen. Derzeit sei er damit beschäftigt, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und Möglichkeiten für einen Erhalt des Energieversorgers zu prüfen, sagte Weber-Thedy.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen forderte unterdessen eine verbesserte Aufsicht für den Strommarkt. Vorstand Gerd Billen sagte: „Es kann nicht sein, dass Anbieter mit Dumpingpreisen werben, Vorkasse verlangen und die Verbraucher anschließend im Regen stehen.“

Der seit Monaten ums Überleben kämpfende Strom-Discounter hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet. Teldafax war bislang Deutschlands größter unabhängiger Energieanbieter und belieferte in seinen besten Zeiten mehr als 700.000 Strom- und Gaskunden.

Verbrauchern, die vom Angebot des Unternehmens Gebrauch machten, Strom gegen Vorkasse zum Sonderpreis zu beziehen, droht damit nach Einschätzung der Verbraucherzentralen der Verlust ihrer Vorauszahlungen.

Die Insolvenz hatte sich seit längerem abgezeichnet. Teldafax hatte in den vergangenen drei Monaten drei Vorstandsvorsitzende, mehrfach wechselnde Eigentümer und verlor mehr als 200.000 seiner knapp 800.000 Kunden, weil immer mehr Netzbetreiber dem Unternehmen die Nutzung ihrer Leitungen schlicht untersagten. Fußballbundesligist Bayer 04 Leverkusen löste erst vor zwei Wochen den Sponsoringvertrag vorzeitig auf.

Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. In all diesen Wochen vermeldete das Unternehmen jedoch ausnahmslos, es sei auf dem Wege der Besserung.

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