Strom - und Gasversorger baut Schuldenberg weiter ab
ENBW schreibt auch im dritten Quartal schwarze Zahlen

Der drittgrößte deutsche Strom- und Gasversorger Energie Baden-Württemberg (ENBW) hat auch das dritte Quartal mit einem Gewinn abgeschlossen und seine Milliardenverschuldung weiter abgebaut. Wie das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe mitteiilte, ist das Ergebnis vor Steuern von Juli bis September auf 58,0 Millionen Euro gestiegen. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch 8,5 Millionen Euro Verlust ausgewiesen.

HB Stuttgart. Der Nettoumsatz ging im Sommerquartal nach der Trennung von zahlreichen Beteiligungen um acht Prozent auf 2,15 Milliarden Euro zurück. „Die strukturelle Sanierung ist weitgehend abgeschlossen, und hinsichtlich der Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit bewegt sich der Konzern (...) auf höchstem Niveau“, zeigte sich ENBW-Vorstandschef Utz Claassen im Quartalsbericht zufrieden.

Durch den positiven Mittelzufluss in den ersten neun Monaten und den Verkauf von eigenen Aktien an die Großaktionäre, der 288 Millionen Euro eingebracht hatte, sei die Nettoverschuldung des Konzerns bis Ende September auf 5,14 Milliarden Euro abgebaut worden, teilte die ENBW weiter mit. Ende 2003 waren es noch fast sieben Milliarden, Ende Juni 5,67 Milliarden Euro. Claassen hatte die ENBW mit dem Verkauf von Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft mit Strom und Gas gehörten, und einem Sparprogramm auf Konsolidierungskurs gebracht. In den ersten neun Monaten verkaufte die ENBW 73,8 Milliarden Kilowattstunden Strom, 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, während der Umsatz in der Sparte um 10,8 Prozent stieg. Der Gasabsatz ging dagegen um 9,3 Prozent auf 56,3 Milliarden Kilowattstunden zurück. Der Konzernumsatz fiel durch die Beteiligungsverkäufe um 3,6 Prozent auf 7,24 Milliarden Euro, im Kerngeschäft stieg er hingegen um 7,4 Prozent auf 6,51 Milliarden Euro.

Der Gewinn vor Steuern lag in den ersten drei Quartalen bei 437,3 Millionen Euro, nachdem Firmenwertabschreibungen die ENBW im gleichen Zeitraum 2003 mit 948,3 Millionen Euro in die roten Zahlen geführt hatten. Nach Steuern und Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 183,7 (minus 1.011) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet die ENBW ein leichtes Wachstum des um Konsolidierungseffekte bereinigten Absatzes von Strom und Gas. Auch der Umsatz werde steigen. Der Ergebnistrend der ersten drei Quartale soll sich im vierten Quartal fortsetzen, die ENBW rechne mit einem „angemessenen Gewinn“ und einer „angemessenen Dividende“, hieß es im Quartalsbericht. Von der Zielvorgabe, bis 2006 eine Milliarde Euro einzusparen, würden 2004 350 Millionen Euro bereits erwirtschaftet. Durch die Unternehmensverkäufe - allen voran des Dienstleistungs- und Schuhkonzerns Salamander - hat sich die Mitarbeiterzahl auf 19 700 mehr als halbiert. An der ENBW sind der französische Staatskonzern Electricite de France(EdF) und der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW), ein Zusammenschluss von neun Kreisen, mit je 34,5 Prozent beteiligt.

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