Stromkosten sind größter Kostenblock
Vodafone prüft Beteiligung an Stromanbieter

Der Mobilfunknetzbetreiber Vodafone erwägt die Beteiligung an einem Stromanbieter. Ziel ist, die eigenen Stromkosten zu senken. Das sagte Friedrich Joussen, Chef von Vodafone Deutschland, am Mittwoch Abend dem Wirtschaftspresseclub Stuttgart. Als Beispiel nannte Joussen den Stahlkonzern Thyssen-Krupp, der RWE mit dem Bau eines Kraftswerkes beauftragt habe.

STUTTGART. Vor allem die 40 000 Basis-Stationen, die Vodafone in Deutschland unterhalte, benötigten viel Energie, erklärte Joussen. Vodafone wende insgesamt einen „mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ für Stromkosten auf. Strom sei ein knappes Gut, dessen Preise stetig steigen würden, und Vodafone habe bislang keine Verhandlungsmacht gegenüber den Stromanbietern. Mit einer Beteiligung will Joussen unabhängiger von dem Preisdiktat werden.

Ein Unternehmenssprecher betonte jedoch, es gehe nicht darum, Anteile an einem Stromerzeuger zu erwerben. Vodafone überlege, Strom-Kapazitäten zu kaufen. Derzeit bezieht der zweitgrößte deutsche Mobilfunker seine Energie von mehreren Anbietern. Bislang gebe es aber nur verschiedene Gedankenmodelle, konkrete Gespräche fänden noch nicht statt, und es gebe auch noch keine Termine dafür.

Die Stromkosten sind der größte Kostenblock beim Betrieb von Mobilfunkanlagen. Anbieter weltweit arbeiten derzeit fieberhaft an Lösungen, diese Ausgaben zu senken. Der Netzbauer Nokia Siemens Networks etwa hat für den indischen Markt eine Software entwickelt, die dafür sorgt, dass die Funkmasten nachts in einen Schlafmodus verfallen. Sie können dann zwar noch Anrufe weiterleiten, verbrauchen dabei aber wesentlich weniger Energie als bei vollem Betrieb am Tag. Der Preiswettbewerb auf den Mobilfunkmärkten weltweit ist extrem groß, so dass Unternehmen jeden Kostenblock unter die Lupe nehmen.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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