Strukturwandel in der Luftfahrtbranche
Lufthansa Cargo streicht fast 500 Stellen

Bis 2006 will die Frachttochter der Lufthansa jede zehnte Stelle streichen. Nach einer Mitteilung der Lufthansa Cargo entspricht das rund 480 Vollzeit-Arbeitsplätzen.

HB FRANKFURT/M. Das entspricht rund 480 Vollzeit- Arbeitsplätzen, wie die Lufthansa Cargo am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Der Stellenabbau ist Teil eines Programms, mit der das Unternehmen sein Ergebnis nachhaltig um 233 Millionen Euro pro Jahr verbessern will. Am Mittwochnachmittag wurden die Mitarbeiter der weltgrößten Frachtfluggesellschaft über das Programm informiert.

Cargo-Vorstandsvorsitzender Jean-Peter Jansen verwies vor Journalisten auf den Strukturwandel in der Luftfrachtbranche. Es gebe extreme Schwankungen der Nachfrage, einen aggressiven Wettbewerb und erhebliche Währungseinflüsse. Mit den bereits Ende 2003 eingeleiteten Maßnahmen solle profitables Wachstum ermöglicht werden. Zum gestiegenen Ölpreis sagte Jansen, die Belastung sei im ersten Halbjahr noch relativ begrenzt gewesen, steige im zweiten Halbjahr aber deutlich an.

Im vergangenen Jahr hatte Lufthansa Cargo bei einem Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro 15,8 Millionen Euro Gewinn vor Steuern erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr 2004 entstand ein operativer Verlust von rund drei Millionen Euro nach minus elf Millionen im Vorjahreszeitraum. Da das zweite Halbjahr traditionell besser verläuft, rechnet das rund 5000 Mitarbeiter zählende Unternehmen nach wie vor für das Gesamtjahr 2004 mit einem positiven operativen Ergebnis.

Der Stellenabbau werde größtenteils durch Fluktuation erfolgen, sagte Jansen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Betroffen seien vor allem das Management und die Administration, kundennahe Arbeitsplätze seien dagegen nicht betroffen.

Neben den Stellenstreichungen sind Gespräche mit den Tarifparteien über die Arbeitszeit und dessen Flexibilisierung geplant. Der Ergebnisbeitrag dieser Änderungen soll in etwa genauso hoch sein wie das durch den Arbeitsplatzabbau erzielte Volumen. Außerdem sollen Verträge mit Lieferanten neu verhandelt werden. Genaue Zahlen für die einzelnen Bereiche nannte Jansen nicht.

Wie bereits angekündigt, wird das Unternehmen bis Ende des Jahres alle ihrer ursprünglich acht Boeing 747 außer Betrieb nehmen. Stattdessen werden drei Jumbo-Jets gechartert und fünf gebrauchte Flugzeuge des kleineren Typs MD-11 gekauft. Damit hat das Unternehmen dann eine einheitliche Flotte von 19 MD-11, zudem nutzt es den Gepäckraum der Lufthansa-Passagierflugzeuge.

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