Studie deckt bei Krankenhäusern ein jährliches Einsparpotenzial von 4,5 Milliarden Euro auf
Kliniken kaufen zu teuer ein

Mit einem professionellen Einkaufsmanagement könnten Krankenhäuser in Deutschland nach Berechnungen von Experten jährlich bis zu 4,5 Mrd. Euro im Jahr einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Unternehmensberatung A.T. Kearney gemeinsam mit dem deutschen Krankenhausinstitut (DKI) durchgeführt hat.

FRANKFURT/M. Auf die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen umgelegt, würde das einer Absenkung der Beiträge um fast einen halben Prozentpunkt entsprechen. Für die Studie wurden 1 000 Krankenhäuser zum Thema Beschaffung befragt.

Angesichts des steigenden Kostendrucks setzen Sparmaßnahmen der Krankenhäuser meist bei den Personalkosten an, die mit durchschnittlich 65 % der Gesamtausgaben den größten Kostenblock darstellen. Doch wenn Küche, Wäscherei und vielleicht noch das Labor ausgegliedert sind, bleibt hier kaum Spielraum. Da die Fallzahlen aber stetig steigen, lässt sich am medizinischen und am Pflegepersonal kaum sparen, ohne die Behandlungsqualität zu mindern.

Kaum ausgeschöpft ist der Studie zufolge dagegen das Sparpotenzial bei den Sachkosten, von denen etwa die Hälfte auf medizinischen Bedarf entfällt. Um Einkaufsmacht zu bündeln, haben sich zwar 1 830 der rund 2 400 Krankenhäuser zu insgesamt 40 Einkaufsgemeinschaften zusammengeschlossen. Deren Effektivität unterscheide sich jedoch erheblich.

Lose Zusammenschlüsse haben im Allgemeinen eine schwache Verhandlungsposition. Einkäufer dagegen, die im Namen eng miteinander verbundener Abnehmer auftreten, können mit dem Pfund fixer Abnahmemengen wuchern. Nach Einschätzung von Nikolaus Schumacher, bei A.T. Kearney für den Gesundheitssektor zuständig, geht der Trend daher zu festeren Zusammenschlüssen.

Die Hersteller von medizinischem Bedarf, deren Branchenverband BVmed schon heute über kartellähnliche Strukturen auf der Abnehmerseite stöhnt, können sich also auf härtere Zeiten einstellen. Denn nach und nach entdecken nicht nur Klinik-Ketten das Beschaffungsmanagement als Kostenstellschraube, sondern auch öffentliche Einrichtungen. Die Frankfurter Uniklinik etwa holte sich mit Axel Kudraschow einen Manager mit Einkaufserfahrung in der Industrie an die Spitze des Dezernats für Materialwirtschaft. Sein Ziel: „Lieferantenbeziehungen, wie sie in der Automobilindustrie üblich sind.“



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