Studie: Einige Wettbewerber des angeblichen Preisführers sind billiger: Preisimage von Media Markt wackelt

Studie: Einige Wettbewerber des angeblichen Preisführers sind billiger
Preisimage von Media Markt wackelt

Szenen wie einst beim Schlussverkauf: Früh am Morgen schon sammelten sich am Montag Schnäppchenjäger vor den Filialen der Fachmarktkette Media Markt, um beim Öffnen der Ladentüren möglichst als Erster das Geschäft zu stürmen. Einen Rabatt in Höhe der Mehrwertsteuer aufs Gesamtsortiment hatte Deutschlands größter Elektronikhändler seinen Kunden versprochen – freilich nur am ersten Verkaufstag des neuen Jahres.

DÜSSELDORF. Der Metro-Tochter gelingt ein Kunststück: Unter Deutschlands Verbrauchern gelten die rot-weißen Elektronikfachmärkte mit Abstand als die billigsten Anbieter – ohne in Wirklichkeit unangefochtener Preisführer zu sein.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie, die die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg erstellt hat. „Durch seine konsequente Werbung hat sich Media-Markt ein Preisbrecher-Image erworben, das nicht immer der Realität entspricht“, resümiert Institutsmitarbeiter Stefan Schindler.

Der Warenkorb, den die Tester der Fachhochschule mit knapp 50 zufällig ausgewählten Artikeln bei Einkäufen in der Region Köln-Bonn zusammenstellten, kostete beim Media Markt zwar drei Prozent weniger als im Branchendurchschnitt. Bei der halb so großen Konzernschwester Saturn hätte der entsprechende Kassenbon aber vier Prozent unter dem Schnitt gelegen, bei Promarkt sogar um sechs.

Dass dennoch 38 Prozent aller Deutschen das Preisniveau von Media Markt für „niedrig“ oder sogar „sehr niedrig“ halten, während es bei Saturn und Promarkt nur rund 27 Prozent sind, verdankt der Ingolstädter Filialist nicht zuletzt einer ausgeklügelten Preispolitik. „Media Markt wirbt mit einer eng begrenzten Zahl von Angebotsartikeln, die nahe am eigenen Einkaufspreis liegen oder sogar darunter“, hat Schindler beobachtet. Doch nur zehn Prozent des Sortiments sei tatsächlich auf billig getrimmt, mit den übrigen 90 Prozent verdiene die Fachmarktkette ihr Geld.

Dem traditionellen Fachhandel sind solche Strategien offenbar fremd. Angebotsartikel machen dort nicht einmal fünf Prozent des Sortiments aus, wie die Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg herausgefunden hat. Entsprechend attestierten nur acht Prozent der deutschen Verbraucher den kleineren Fachgeschäften ein niedriges Preisniveau. Oft zu Unrecht: In den untersuchten Läden der Einkaufs- und Marketingverbände Red Zac, Electronic Partner und Expert kostete die vergleichbare Artikelauswahl gerade einmal ein bis sechs Prozent mehr als im Branchendurchschnitt. Wer dort mit dem Geschäftsinhaber feilscht, kommt mitunter sogar auf einen günstigeren Preis als in den Fachmärkten.

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