Studie: Fehlbestände sanken im vorigen Jahr um sieben Prozent
Einzelhandel freut sich über Rückgang der Ladendiebstähle

Die Zahl der Ladendiebstähle in Deutschland nimmt ab. Gemessen an den Verkaufspreisen gingen die durch Diebe verursachten Fehlbestände 2004 im Einzelhandel um sieben Prozent auf fast 2,2 Mrd. Euro zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels HDE und des Euro-Handelsinstituts (EHI), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Hb cs KÖLN. Der Studie zufolge verursachten unehrliche Kunden etwas mehr als die Hälfte der Inventurdifferenzen im Einzelhandel, die sich auf einen Gesamtwert von 4,1 Mrd. Euro summierten.

Über 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sich ihre Inventurdifferenzen in den vergangenen drei Jahren verbessert haben, während nur jedes siebte Unternehmen eine Verschlechterung feststellen musste. An der Erhebung beteiligten sich 108 Unternehmen mit fast 10 000 Verkaufsstellen, die im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von rund 38 Mrd. Euro erwirtschafteten.

Die durchschnittlichen Inventurdifferenzen im Handel machen derzeit 1,1 Prozent vom Umsatz aus. In einigen Handelsbranchen sind sie damit höher als die Unternehmensrendite.

Diebstähle durch Kunden sind für 53 Prozent der Fehlbestände bei den Einzelhändlern verantwortlich. Mitarbeiter der Firmen tragen bei 22 Prozent der Diebstähle die Verantwortung. Lieferanten und Servicekräfte kommen zusammen auf acht Prozent, organisatorische Mängel auf 17 Prozent.

Siebzig Prozent aller befragten Unternehmen gaben an, dass ihr Budget zur Reduzierung von Inventurdifferenzen im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben ist, während nur 15 Prozent der Unternehmen ihr Budget 2005 aufgestockt haben. Insgesamt gibt der Einzelhandel rund 925 Mill. Euro für die Reduzierung von Inventurdifferenzen aus, heißt es in der Studie. Demnach betragen die Kosten für Inventurdifferenzen und deren Vermeidung jährlich rund 5,1 Mrd. Euro, also durchschnittlich fast 1,4 Prozent vom Bruttoumsatz.

Die Kriminalitätslage im Handel wird allgemein als mittel bis hoch eingeschätzt – mit deutlich zunehmender Tendenz. In den nächsten zwei Jahren erwarten die Händler in allen Bereichen ein Zunahme an Kriminalität, besonders beim organisierten Ladendiebstahl sowie beim gewöhnlichen Kundendiebstahl, bei gleichzeitiger Steigerung der Gewaltbereitschaft und der Drogenkriminalität.

Anders sieht es bei den Gefahren von innen aus. „Hier wird die Bedrohung eher gering angesehen“, sagt EHI-Mitarbeiter Frank Horst.

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