Studie sieht Defizite in der Beteiligungsbranche
Unternehmer kritisieren Finanzinvestoren

Die Unternehmer in Deutschland sind mit den Leistungen von Finanzinvestoren häufig unzufrieden. Laut einer Studie der Fachhochschule Wiesbaden im Auftrag der Beteiligungsgesellschaft Cornerstone Capital sehen sich nur 21,5 % der Unternehmer bei der Wertsteigerung ihrer Firma sehr gut unterstützt, 14,3 % fanden die Betreuung mangelhaft und 21,4 % gerade mal ausreichend. Die Mehrheit der Finanzinvestoren verstehe sich immer noch als reiner Kapitalbereitsteller, ohne echten strategischen Mehrwert bieten zu können, kommentiert Pieter van Halem, Vorstand bei Cornerstone Capital, die Studie.

pk FRANKFURT/M. Vor allem bei den sogenannten Exitstrategien gebe es Mängel, hat Professor Stefan Jugel bei seiner Untersuchung festgestellt. Die beiden wesentlichen Exit-Varianten für Finanzinvestoren sind ein Börsengang oder der Weiterverkauf an ein Unternehmen aus der Industrie („trade sale“). Da Börsengänge derzeit noch kein Thema seien und selbst zu besten Zeiten an der Börse nur 15 % der Beteiligungen als IPO endeten, blieben trade sales ein wesentliches Instrument, um den Wert eines Unternehmens zu steigern. Bei der Gestaltung des Verkaufsprozesses loben die Unternehmer zwar die Verhandlungserfahrung der Finanzinvestoren, bei den Punkten „Identifikation geeigneter Interessenten“ sowie „Erzielung eines Verkaufsmomentums“ gibt es aber nur mittelmäßige Noten.

Die Studie – die wegen ihrer relativ engen Erhebungsbasis nur eine Tendenzaussage zulässt – kommt für die Private Equity-Häuser ungelegen. Denn um in den Mittelstand einzudringen, werben die Finanzinvestoren gerne damit, dass sie nicht nur Kapital geben sondern aktiv den Unternehmenserfolg steuern.

Die Finanzinvestoren sehen sich gegenwärtig auch mit dem Problem konfrontiert, dass sie viel länger als in früheren Zeiten brauchen, bis ihre Milliarden-Fonds aufgefüllt sind. Die institutionellen Investoren, darunter Pensionskassen und Versicherungen, geben sich öfters zugeknöpft. Der Informationsdienst „Private Equity Analyst“ berichtet in seiner September-Ausgabe von Bedenken unter den Geldgebern, die Beteiligungsfonds zahlten zu hohe Preise in den Auktionen für Konzernteile. In der Branche heißt es, Adressen wie Industri Kapital, Doughty Hanson und Terra Firma hätten zuletzt ihre Fondsgrößen reduzieren müssen beziehungsweise mehr Zeit gebraucht, um ihre Investoren zu überzeugen.

Hoffnung macht der Beteiligungsbranche aber die jüngste Marktumfrage der Analysten von AltAssets. Danach wollen 40 % der europäischen und 20 % der amerikanischen Investoren ihre Investments in Private Equity-Fonds über die nächsten fünf Jahre erhöhen. Dabei werde den europäischen Fonds mehr Geld zufließen als den amerikanischen, da man die Investitionsmöglichkeiten in Europa als attraktiver einschätze.

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