Studie
Welthandel braucht Investitionen in Infrastruktur

Panama geht mit guten Beispiel voran. Seeschifffahrt, Hafenbetreiber, Speditionen und Regierungen müssen zur Bewältigung des expandierenden Welthandels kräftig investieren. Neben dem Ausbau der Wasserstraßen muss vor allem auch die Infrastruktur an Land entwickelt werden.

HB HAMBURG. Für eine funktionstüchtige Transportinfrastruktur - Straßen und Schienen als Anbindung an die Häfen - sind weltweit bis zum Jahr 2030 Investitionen in fünfstelliger Dollar-Milliardenhöhe notwendig, berichtete der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Wolfgang Pflüger, am Montag in Hamburg. Die Bank hat gemeinsam mit dem Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI) die Studie „Strategie 2030: Maritime Wirtschaft und Transportlogistik“ erstellt.

„Der Kampf um die Kais ist längst entbrannt“, berichtete Pflüger. 3500 Containerschiffe seien weltweit unterwegs; durch Engpässe beim Verladen und Löschen verlängern sich Liegezeiten, die Frachtkosten steigen. „Es muss investiert werden“, sagte Pflüger. Für private oder Investitionen mit staatlicher Beteiligung müssten die Regierungen verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Es werde genügend privates Anlagekapital geben, meinte er. Ein Hafen könne seine Funktion als Drehscheibe nicht erfüllen, wenn die Anbindung ans Hinterland fehlt.

„Die Logistik wird ein entscheidender Standortfaktor“, sagte HWWI-Direktor Professor Thomas Straubhaar. „Gesamtverkehrsentwicklungskonzepte zu erstellen - das wäre Standortpolitik“, mahnte er auch den Hamburger Senat. Eine innerstädtische Querverbindung zwischen den Autobahnen A1 und A7 mit Anschluss an den Hafen - die Hafenquerspange - fehlt seit Jahrzehnten.

Für den Hamburger Hafen erwartet das HWWI jährliche Wachstumsraten bis 2030 von 6,6 Prozent, im Containerumschlag von 8,3 Prozent. Dabei berücksichtigt das HWWI unter anderem die Handelsverflechtungen mit Osteuropa und Asien sowie die Einbindung des Hafens in das Umland. Rund 30 Prozent der verschifften Güter stammen aus der Metropolregion, berichtete Straubhaar.

Die bremischen Häfen sollen um 6,0 Prozent beziehungsweise 7,6 Prozent zulegen. Damit kommen beide Anlagen unter die „Top 5“ in Europa: 1. Rotterdam, 2. Hamburg, 3. Antwerpen, 4. Algeciras und 5. Bremische Häfen. Weltweit werde an den Küsten neue Dynamik entstehen, meinte Straubhaar. „Da sind wir fantastisch gut aufgestellt.“ Der geplante Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven wurde wegen noch fehlender Basisdaten nicht berücksichtigt.

Nach Berechnung des HWWI wird der wertmäßige Handel der EU bis 2030 jährlich mit Wachstumsraten von 6,6 Prozent zulegen. Das Handelsvolumen werde nur halb so schnell wachsen, sagte Straubhaar. Ein Grund dafür sei, dass verstärkt bereits veredelte Rohstoffe und höherwertige sowie leichtere Konsumgüter gehandelt werden. An der Bedeutung des Verkehrsträgers Schiff für den Warenaustausch wird sich nach Einschätzung der Experten bis 2030 wenig ändern. So soll das Seehandelsvolumen ebenfalls jährlich um 3,3 Prozent zulegen.

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