Studie zu deutschen Innenstädten Gute Noten für Leipzig, Erfurt und Heidelberg

Wichtiger als Parkplätze sind den Verbrauchern Ambiente und Flair der Einkaufsstraßen. Unter den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern schnitt Leipzig besonders gut ab. Doch auch eine ganz kleine Stadt glänzte.
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Die Fußgängerzonen wie hier in Frankfurt bekamen in der Studie durchwachsene Noten. Quelle: dpa
Einkaufsmeile

Die Fußgängerzonen wie hier in Frankfurt bekamen in der Studie durchwachsene Noten.

(Foto: dpa)

Trotz vieler Bemühungen zur Aufwertung der Einkaufsstraßen lösen Deutschlands Innenstädte bei den Verbrauchern nach wie vor keine überschäumende Begeisterung aus.

Bei einer Befragung von 58.000 Innenstadtbesuchern in 121 Städten durch das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) gab es für die Attraktivität der Stadtzentren im Durchschnitt nur die Schulnote drei plus. Am besten schnitten noch die Großstädte mit über 500.000 Einwohnern ab. Sie erhielten von den Befragten eine „zwei minus“.

„Mit einer drei plus als Schulnote können Städte, die sich für die Zukunft aufstellen möchten, nicht zufrieden sein“, betonte IFH-Geschäftsführer Boris Hedde. Schließlich stehe die Branche zurzeit durch den Siegeszug des Online-Handels und die demografischen Veränderungen in Deutschland vor großen Herausforderungen.

Bei diesen Händlern kauft die Welt ein
Platz 92: Otto
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Die Otto Group ist auf Rang 92 der kleinste deutsche Händler in der Rangliste der 250 größten Handelsunternehmen. Im Jahr 2015 hatte der Konzern einen Einzelhandelsumsatz von 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Die 250 Händler in der nun veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Deloitte kamen zusammen auf einen Umsatz von 4,3 Billionen Dollar.

Quelle: Deloitte Global Powers of Retailing 2017

Platz 22: Rewe
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Auf dem 22 Rang steht Rewe mit einem Einzelhandelsumsatz von 43,6 Milliarden Dollar. Die Supermarktkette besitzt Filialen in insgesamt elf Ländern.

Platz 18: Edeka
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Obwohl die Supermarktkette nur in Deutschland vertreten ist, schneidet das Unternehmen besser ab als Rivale Rewe. Edeka landet im aktuellen Ranking mit einem Einzelhandelsumsatz von 52,5 Milliarden Dollar auf dem 18 Platz.

Platz 13: Metro AG
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Der Handelskonzern hat Filialen in 31 Ländern und erzielte im Einzelhandel einen Umsatz von 68 Milliarden Dollar. Für die Top Ten reicht das aber nicht mehr. Das deutsche Unternehmen fiel von Rang acht auf Rang 13 zurück. Schuld daran waren der Verkauf von Kaufhof und der Rückzug aus dem Großhandelsgeschäft in mehreren Ländern.

Platz 10: Amazon
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Obwohl die US-amerikanische Firma eigentlich ein Internetunternehmen ohne Verkaufsläden ist, schafft sie es in die Top Ten. Amazon ist mit einem Umsatz von 79,3 Milliarden Dollar die Nummer zehn der größten Einzelhändler der Welt.

Platz 9: Tesco
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Englands größte Supermarktkette ist der größte Verlierer in den Top Ten. Mit einem Einzelhandelsumsatz von 81 Milliarden Dollar landet sie gerade noch auf Platz 9. Im Jahr 2015 ist der Umsatz um fast 13 Prozent abgestürzt. Das Unternehmen ist in insgesamt zehn Ländern vertreten.

Platz 8: Aldi
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Nur wenn man ihren Umsatz zusammenzählt, erreichen Aldi Süd und Aldi Norddie Top Ten der größten Einzelhändler der Welt. Doch sie schaffen ein Kunststück, das kein anderer Händler zustande bringt: Sie erwirtschaften zwei Drittel ihres geschätzten Umsatzes von 82,2 Milliarden Dollar im Ausland. In 17 Ländern sind sie aktiv.

Der Hintergrund: Von 2014 bis 2016 ist der Umsatz im Onlinehandel laut IFH um gut zehn Milliarden Euro auf 52,3 Milliarden Euro angestiegen. Jeder fünfte Befragte gab bei der IFH-Studie an, inzwischen aufgrund vermehrten Online-Shoppings seltener in die Innenstadt zu fahren.

Den größten Einfluss auf die Bewertung der Innenstädte haben der Studie zufolge ihr Ambiente und Flair. Vor allem der Charakter der Gebäude, Plätze und Grünflächen spiele eine große Rolle. Erst auf Platz zwei folgt die Vielfalt des Einzelhandelsangebots.

Eine untergeordnete Rolle bei der Bewertung spielen dagegen laut Umfrage die Parkplatzsituation und das Angebot von verkaufsoffenen Sonntagen.

„Die Städte müssen sehen, was sie besonders auszeichnet und das betonen. Der Einheitsbrei hat in Zukunft keine Chance“, sagte Hedde. Wer eine attraktive Altstadt habe, könne damit punkten. Doch fast genauso wichtig sei ein attraktiver Sortimentsmix. „Es reicht nicht, die immer gleichen Filialketten zu haben. Hier ist Vielfalt gefragt und Einzigartigkeit“, meint der Handelsexperte.

Der Umfrage zufolge ist der größte Gegner für die Einzelhändler in den Innenstädten aktuell noch nicht der Online-Handel, sondern die Einkaufsstraße in der Nachbarstadt. Bei Bekleidung, Wohnartikeln oder Schreibwaren wanderten Konsumenten eher in andere Städte ab, als auf das Internet zurückzugreifen.

Lediglich bei Telekommunikation und Elektronik habe das Internet inzwischen eine ähnlich große Bedeutung wie der Einkauf in Nachbarkommunen.

Das IFH kürte gleichzeitig die attraktivsten Innenstädte in verschiedenen Größenklassen. Sieger bei den Großstädten mit über 500.000 Einwohnern war in der Verbraucherbewertung Leipzig. Andere Top-Performer in ihren jeweiligen Größenklassen waren Erfurt, Heidelberg, Hilden, Wismar und Quedlinburg.

„Auch kleinere Städte können echte Akzente setzen, wenn sie ihre Vorteile ins rechte Licht rücken“, meinte Hedde. So habe das kleine Quedlinburg in Sachsen-Anhalt dank seiner 1.200 denkmalgeschützten Fachwerkhäuser die beste Bewertung in der Kategorie Ambiente und Flair erhalten. Die Umfrage wurde vom IFH zum zweiten Mal durchgeführt. Auch bei der ersten Umfrage im Jahr 2014 bewerteten die Deutschen ihre Innenstädte mit der Schulnote drei plus.

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