Stuttgart 21
Grube präsentiert Stresstest-Ergebnis

Bahn-Chef Rüdiger Grube will am 11. Juli zunächst die Projektpartner von Stuttgart 21 geheim über die Ergebnisse des Tests informieren. Die Öffentlichkeit muss sich drei Tage länger gedulden.
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BerlinDer Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, will die Ergebnisse des Stresstests für das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 samt Testat des Gutachters SMA am 11. Juli den Projektpartnern übergeben. Das geht aus einem streng vertraulichen Brief Grubes hervor, der dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt.

Darauf hätte sich die Bahn mit dem Land Baden-Württemberg im Lenkungskreis verständigt, heißt es in dem Brief. Die Ergebnisse werden den Projektpartnern „vertraulich“ zur Verfügung gestellt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Drei Tage später kommt es dann am 14. Juli kommt zur öffentlichen Präsentation der Ergebnisse, via TV: Die Ergebnisse sollen „unter der Moderation von Dr. Heiner Geißler“ wieder wie schon bei der Schlichtung zuvor erörtert und auf  Phoenix übertragen werden, wie Grube weiter schreibt. Geplant sei dies von 16 bis 21 Uhr, bestätigte ein Sprecher von Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Die Vorabinformation der Projektträger sei nötig, „um endlosen Diskussionen nach der offiziellen Ergebnispräsentation vorzubeugen“, heißt es in Grubes Brief.

Am 15. Juli endet die Bindungsfrist für die Ausschreibung des Tunnels für das Bahnhofsprojekt. Grubes Ziel bleibt es, die entsprechenden Aufträge zu vergeben. Die Bahn werde zwar zunächst „keine Tunnelvergabe vor der Ergebnispräsentation“ vornehmen, „allerdings darf der 15. Juli 2011 als Frist für die Vergabe nicht gefährdet werden“, habe die Bahn dem Land im Lenkungskreis als Kompromiss angeboten, wie es in dem Brief heißt.

Die Landesregierung indes hatte einen Baustopp bis zum Volksentscheid im Herbst gefordert. Den wiederum hatte die Bahn mit dem Hinweis abgelehnt, die Kosten dafür nicht tragen zu wollen.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Bei allem Für und Wider bei S 21, Grube sollte sich als Vorstandschef der DB gefälligst einer anderen Tonart bedienen! Wer hier täuscht wird im Rahmen der Buddelei schon noch ans Tageslicht kommen. Jedenfalls sind die vertraglichen Vereinbarungen, nach denen sich die Bahn berechtigt fühlt, für jeden Monat Baustopp 56 Mio Euro verlangen zu dürfen, nicht auf den Tisch gelegt worden. Sowohl seinerzeit Mehdorn als auch Grube jetzt glauben, mit dem Rückhalt der Bundeskanzlerin ein arrogantes Verhalten an den Tag legen zu dürfen. Obwohl Frau Merkel m.E. die Tragweite des Zorns der betroffenen Bevölkerung bis heute nicht begriffen hat - selbst 900 Unternehmen haben sich gegen S 21 gestellt - und das Ergebnis der zur Volksabstimmung deklarierten Landtagswahl bis heute nicht zum Anlass genommen hat, kritisch über das Projekt S 21 zu reflektieren, könnten monetäre Gründe sehr wohl ein Umdenken in der Politik einleiten. Herr Grube sollte sich also des Rückhalts aus der Politik nicht zu sicher fühlen und dies in seiner Wortwahl zum Ausdruck bringen, zumal sowohl die Grünen als auch die Demonstrierenden in großem Umfang Bahnkunden sind!

  • Streßtest, Deutsche Bahn.
    Fürn Arsch: sry com.

  • Das die Grünen soo reagieren war ja abzusehen.
    Man muss natürlich auch Verständnis für eine Partei haben, die grundsätzlich gegen alles ist.
    Aus der Opposition heraus lässt es sich aber auch besonders gut herummäkeln und herumposaunen.
    Problematisch wird das Ganze allerdings, wenn man selbst durch eine Anti-Stimmung an die Macht kommt und an der Reihe ist, den großen Worten Taten folgen zu lassen.
    Dies klappt bei den Grünen selbstverständlich nicht, deshalb wird die Schuld wie immer auf andere geschoben und man selbst kritisiert einfach weiter.

    Ich persönlich freue mich wie ein Kind im Süßigkeitenparadies auf die weiteren Schritte der Grünen.
    Sie reiten sich Tag für Tag tiefer ins Schlamassel.
    In naher Zukunft werden sie die Rechnung bekommen.


    Welch köstlich zu beobachtendes Trauerspiel.

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