Suche nach BER-Chef: Will Ex-Fraport-Chef Bender oder will er nicht?

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Will Ex-Fraport-Chef Bender oder will er nicht?

Erst hieß es, der ehemalige Fraport-Chef Wilhelm Bender wolle die Stelle als neuer Chef des Berliner Flughafens annehmen. Nun hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ihre Meldung wieder zurück gezogen.
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BerlinWill er oder will er nicht? Seit Donnerstag wird gerätselt, ob der ehemalige Chef des Flughafens Frankfurt die Geschäftsführung des Berliner Flughafens übernimmt. Nun meldete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vorab, dass er den Posten übernehmen will - um die Meldung gleich danach wieder zurückzuziehen.

Zuvor hatte es noch geheißen, dass Bender am Samstagabend auf dem Ball des Sports in Wiesbaden deutlich gemacht habe, dass er als neuer Geschäftsführer des Berliner Großflughafens bereit stehe.

Ihm war demnach ein Zeitungsbericht gezeigt worden, in dem ein langjähriger enger Mitarbeiter zu dem Angebot aus Berlin mit den Worten zitiert wurde: „Gehen Sie einmal davon aus, dass er es macht.“ Dazu habe Bender gesagt: „Das dementiere ich nicht.“

Kurz nachdem die Meldung über die Nachrichtenagenturen verbreitet worden war, zog die Zeitung sie jedoch wieder zurück.

Der Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg, Ralf Kunkel sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag: „Wir äußern uns nicht zu Personalien, solange wir nichts schwarz auf weiß haben.“ Eine Mitarbeiterin von Benders Frankfurter Büro sagte, auch Bender wolle sich dazu zunächst nicht äußern.

Bereits am Donnerstag hatte die „Bild“ berichtet, dass der Aufsichtsrat des Flughafens dem 68-Jährigen ein entsprechendes Angebot unterbreitet und Bender um Bedenkzeit bis zum Wochenende gebeten habe.

Bender würde Rainer Schwarz ablösen, der wegen der mehrfachen Verschiebung des Flughafen-Eröffnungstermins im Januar seinen Hut nehmen musste. Über die Berufung des Nachfolgers entscheidet der Aufsichtsrat. Die nächste Sitzung ist für den 13. Februar geplant.

Bender war von 1993 bis 2009 Vorstandsvorsitzender von Fraport, der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens. Mit Großprojekten kennt er sich aus: In seiner Amtszeit entstanden in Frankfurt die neue Landebahn sowie das zweite Terminal. Bender ist zurzeit Aufsichtsratschef beim Fußball-Erstligisten Eintracht Frankfurt und Vorsitzender des Europa-Aufsichtsrats von Bombardier.


„Die Erwartungen an den neuen Flughafen-Geschäftsführer sind nicht gerade gering“, sagte die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop. Zwar wollte auch sie sich nicht konkret zu der Personalie Bender äußern, aber sie forderte grundsätzlich von einem neuen Flughafen-Verantwortlichen eine „ehrliche“ Bestandsaufnahme mit einem klaren Zeit-, Finanz- und Bauplan. Ihre Partei wolle dem neuen Geschäftsführer dabei keinen Zeitdruck auferlegen. Es sei besser, eine solide Planung zu machen, als ständig neue Termine zu benennen. „Die Zeit der Schmierzettel muss vorbei sein“, sagte Pop.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Suche nach BER-Chef: Will Ex-Fraport-Chef Bender oder will er nicht?"

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  • Die Nachfolger, egal Ob Bauleitung, Architekt oder Aufsichtsrat haben schon mal die Popokarte gezogen.

    Ich kann nur empfehlen, jeden einen Baurechtler zur Verfügung zu stellen. Die kommenden Probleme werden nur über das Baurecht zu lösen sein. Was ist, wenn die Firmen nicht weiterarbeiten wollen, weil Gelder offen stehen? Vielleicht Mehrkosten haben und niemand für die aufkommen will? Diese durch Nachfolgefirmen zu ersetzen ist nicht einfach. Da gibt es eine Menge juristischer Hürden und eine Menge Fehler zu machen. Gilt natürlich auch für die Firmen, die nicht so einfach aus dem Vertrag kommen. Das Baurecht schreibt hier eine eindeutige Vorgehensweise vor.

    Das Honorar müsste schon extrem verlockend sein.^^

    Geht das schief, was wahrscheinlich ist, ist der Ruf ruiniert.

  • "Nun hat die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ihre Meldung wieder zurück gezogen."

    Echt, geht so etwas? Man haut einfach irgendeinen journalistischen Dreck raus, den man bei einem launigen Ball zusammengereimt hat, und dann "zieht man das einfach wieder zurück"???

    Da waren doch schon längst die ganzen redaktionellen Trittbrettfahrer der ganzen verblödeten Mediennation inclusive Handesblatt aufgesprungen....

    Wie kriegt man das denn jetzt zurückgedreht, ohne daß an dem oder den Beteiligten Schaden kleben bleibt???????

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