Suche nach Nachfolger läuft
Karstadt-Chef Jennings schmeißt hin

Keine Ruhe bei Karstadt: Nach dem Tarifstreit bei der kriselnden Warenhauskette steht einem Medienbericht zufolge ein Wechsel an der Firmenspitze an: Vorstands-Chef Jennings will seinen Vertrag nicht verlängern.
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Berlin/EssenKarstadt braucht wohl einen neuen Chef: Wie die „Bild am Sonntag“ (BamS) aus Aufsichtsratskreisen erfahren haben will, wird der Vorstands-Chef Andrew Jennings seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern und solange bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Das teilte Jennings laut „BamS“-Informationen Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen beim Treffen am vergangenen Dienstag in Essen mit. Headhunter wurden demnach bereits mit der Nachfolgesuche beauftragt.

Als Grund für die Trennung gelten laut der Zeitung Differenzen über die Strategie zur Rettung der angeschlagenen Warenhauskette. Der Sanierungsplan von Jennings gerate ins Stocken, heißt in den Aufsichtsratskreisen, weil die versprochenen Millionen von Berggruen für die notwendige Modernisierung der Kaufhäuser nicht kommen.

Jennings ist seit 1. Januar 2011 Vorstandsvorsitzender von Karstadt. Berggruen hatte den internationalen Handelsexperten und Sanierer nach Essen geholt.

Damit kommt die angeschlagene Warenhauskette nicht aus den Schlagzeilen heraus. Erst diese Woche hatte Berggruen in einem Zeitungsinterview die Gewerkschaft Verdi scharf kritisiert. „Die Verdi-Funktionäre kämpfen gerade bei Karstadt nur um ihre eigene Macht als Gewerkschaft auf Kosten der Belegschaft. Das ist nicht in Ordnung“, sagte Berggruen der „Bild“-Zeitung.

Bei der schwierigen Karstadt-Sanierung sei erst die Hälfte des Weges bewältigt worden. Verdi macht mit Streiks Druck auf den Essener Konzern, seine rund 20.000 Mitarbeiter weiter an den kommenden Tariferhöhungen im Einzelhandel teilhaben zu lassen.

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Karstadt-Chef Jennings schmeißt hin

Seite 2:

Verdi kontert Berggruen-Kritik

Kommentare zu " Suche nach Nachfolger läuft: Karstadt-Chef Jennings schmeißt hin"

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  • Karstadt hat die Chance versäumt, sich als Konkurrent zu Amazon etc. zu positionieren. Wenn man bei Klamotten seine Größe kennt, kann man im Internet kaufen und braucht sich nicht durch stickige Kaufhäuser schieben und davor ein Parkknöllchen kassieren. Karstadt wird binnen 2 Jahren vom Markt verschwinden. Fehlt nur noch, dass die Politik im Wahlkampf das gescheiterte Geschäftsmodell auf Kosten des Steuerzahlers auffängt.

  • ohne die lohnzugeständnisse der gewerkschaften im 6oo millionen bereich und den geschenken der bundesanstalt für arbeit schlapp 200 millionen ,den gewerbetseuergeschenken der kommunen auf den sanierungsgewinn im bereich von 150 millionen hätte der blender berggruen den laden schon früher an die wand gesetzt

    karstadt wird gestrippt.einfach mal überlegen ,wohin die einkaufsrabattpflichtprovisionen hinfließen

    als die sklaverei abgeschafft wurde haben auch viele lamentiert,das gleiche geschah bei der abschaffung der kinderarbeit und nun gibts halt immer noch die irren ,die die gewerkschaften zum teufel wünschen,dabei haben die maßgeblich die menschenrechte erkämpft.

    ichwillauchmehr-hooffentlich hirn- und santos sind zwei davon

    die abhängig beschäftigten mit ihrer geduld garantieren den wohlstand und nicht die kapitaleigner,die wollen alles für sich.

    das schreibe ich als exunternehmer ,der immer noch beteiligungen hält.am besten rentieren die,wos nen betriebsrat gibt

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte kommentieren Sie zum Thema, bleiben Sie sachlich und beachten Sie unsere Netiquette: www.handelsblatt.com/nettiquette +++

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