Südeuropäische Bauern beklagen Einnahmeausfälle
Hitzewelle lässt Preise für Gemüse kalt

Die anhaltende Hitzewelle in Südeuropa bedroht die dortige Landwirtschaft. Allerdings hat die Dürre in der Region noch keinerlei Auswirkungen auf die mitteleuropäischen Obst- und Gemüsemärkte.

ire HB DÜSSELDORF. Die anhaltende Hitzewelle in Südeuropa bedroht die dortige Landwirtschaft. Allerdings hat die Dürre in der Region noch keinerlei Auswirkungen auf die mitteleuropäischen Obst- und Gemüsemärkte. Diese Ansicht vertritt die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP), die Marktforschungsorganisation der deutschen Agrarwirtschaft.

Zwar fehle in Spanien und Italien viel Wasser, erläuterte die ZMP in einer Stellungnahme gegenüber dem Handelsblatt, doch werde dort zunächst an der Bewässerung von Getreidefeldern gespart. Bei Obst- und Gemüse sei der Warenwert pro Anbaufläche aber so hoch, dass dort wohl zuletzt das Wasser abgedreht werde.

In den Sommermonaten werden nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle nur noch sehr geringe Mengen Obst und Gemüse aus Südeuropa Richtung Norden exportiert. Mit Freilandgemüse versorgt sich Deutschland beispielsweise im Sommer weitgehend selbst oder importiert Gurken, Tomaten oder Paprika überwiegend aus seinen westlichen Nachbarländern. Bei Obstarten wie Pfirsichen, Nektarinen oder Aprikosen ist der deutsche Markt dagegen vollständig auf Einfuhren aus Südeuropa angewiesen.

Hier seien die Verbraucherpreise aber immer noch deutlich niedriger als im Vorjahr, stellt die ZMP fest. Die Hitzewelle sorge hingegen für eine schnellere Reife der einzelnen Sorten und damit für ein größeres Angebot. Erst gegen Ende der Saison könnte die Ware nach Einschätzung der ZMP knapper werden.

Vor Ort sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Hitzewelle allerdings schon deutlich spürbar. In Portugal wurden zuletzt im Jahr 1931 so wenig Niederschläge gemessen wie in diesem Jahr, in Spanien ist zuletzt vor rund 60 Jahren so wenig Regen gefallen wie in der laufenden Saison. Die portugiesischen Landwirte beklagen Einnahmeausfälle wegen der Dürre von aktuell rund 1,8 Mrd. Euro. Italienische Landwirte verzeichnen nach Angaben des italienischen Bauernverbandes Einbußen in Höhe von 3,5 Mrd. Euro. Dort ist vor allem der wasserintensive norditalienische Reisanbau bedroht.

Analysten schätzen die Situation teils anders ein als die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle. Die Markt-Experten des Bankhauses HSBC Trinkaus & Burkhardt befürchten schon seit Mai 2005 negative Effekte der Dürre in Südeuropa auf die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes für die gesamte Eurozone.

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