Süßwarenindustrie

Hersheys weist Mondelez-Offerte zurück

Mondelez will den Rivalen Hershey übernehmen - um so zum neuen Branchenführer zu werden. Doch das Hersheys-Management gibt dem Nahrungsmittel-Giganten einen Korb. Die Offerte biete „keine Basis für weitere Diskussionen“.
Update: 30.06.2016 - 22:54 Uhr
Der Schokoladen-Hersteller hat angeblich ein Übernahmeangebot vom Nahrungsmittel-Giganten Mondelez International vorliegen. Quelle: Reuters
Hershey

Der Schokoladen-Hersteller hat angeblich ein Übernahmeangebot vom Nahrungsmittel-Giganten Mondelez International vorliegen.

(Foto: Reuters)

New YorkIn der Süßwarenindustrie will Mondelez für 23 Milliarden Dollar den Rivalen Hershey kaufen und damit zum neuen Branchenführer aufsteigen. Doch das Hershey-Management wies die Offerte am Donnerstag zurück. Diese biete „keine Basis für weitere Diskussionen“, hieß es in einer Firmenmitteilung.

Hershey („Kitkat“) habe diese Woche ein vorläufiges Angebot von Mondelez („Milka“, „Cadbury“, „Oreo“) erhalten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Der Bieter wolle sowohl die Jobs bei Hershey als auch den Markennamen erhalten und dem Unternehmen bei der internationalen Expansion helfen.

Die zehn größten Zuckerfallen im Essen
Schokolade
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Das Magazin Öko-Test hat 34 Lebensmittel auf ihren Zuckergehalt untersucht und sich die Tricks der Hersteller angeschaut. Gerne wird Süßes in Herzhaftem verstecken. Das Problem: Weniger ist nichts, daher rechnen Hersteller mit Miniportionen die Zuckergehalte gerne klein.

Rangliste mit Würfelzucker
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Als Orientierung und Vergleichsmaßstab rechneten die Tester den Gehalt des süßen Giftes in enthaltene Stück Würfelzucker à drei Gramm um. Die Gehalte an Glukose, Fruktose, Saccharose, Maltose, Laktose und Galaktose wurden analysiert und mit dem deklarierten Gesamtzuckergehalt verglichen.

Platz 10: Barbecue Sauce
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Nummer zehn der Liste ist die Premium Barbecue Sauce von Boydo. Sie enthält satte 23 Stück Würfelzucker – zusätzlich wird auch noch mit Karamellsirup gesüßt. Allerdings steht auf dem Etikett nicht einfach „Zucker“, denn das ist das Produkt „ist Bio also steckt Rohrzucker drin“ kommentiert „Öko-Test“. Das ist zwar herzlich egal, Rohrzucker ist in keiner Weise gesünder als herkömmlicher Kristallzucker, aber es klingt besser. Dafür stammt herkömmlicher Kristallzucker aus heimischen Zuckerrüben, Rohrzucker aus in den Tropen angebautem Zuckerrohr. Bio eben.

Platz 9: Beeren
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Ganze 60 Prozent Cranberries enthalten Seeberger Cranberries. Die hundert Prozent voll machen Zucker und Öl. „Das ist frech“, meint Ökotest, denn das Produkt heißt sicherlich sehr absichtlich nicht „gesüßte Cranberries“ oder „gesalzene Cranberries“ „wie vergleichbare Produkte direkt daneben im Regal.“ Zusammen mit dem natürlichen Zucker der Beeren, kommt das Produkt so auf stolze 57,3 Prozent Zucker – beziehungsweise 24 Stück Würfelzucker.

Platz 8: Müsli
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Von der Deklarierung „weniger Zucker“ sollten sich Verbraucher nicht täuschen lassen. „„Weniger Zucker“ heißt nicht „wenig““, bemerkt Öko-Test zu Kölln Cerealien Zauberfleks Honig, 30 % weniger Zucker. In der Tat: 29 Stück Würfelzucker stecken in den „Cerealien“.

Platz 7: Capuccino
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„Ohne Zuckerzusatz“ – und dennoch voller Zucker, zu 45,5 Prozent nämlich, das sind 30 Stück Würfelzucker. Laut Ökotest steht „hinten, klein“ auf der Verpackung auch noch, woher der Zucker kommt: Das Produkt "Rewe beste Wahl Typ Capuccino ohne Zuckerzusatz" enthalte ihn „von Natur aus“. „Natur“, das heißt in diesem Fall Süßmolken- und Magermilchpulver. „Dreist“ nennt Öko-Test das und zieht das Fazit: „Die Werbung mit „ohne Zuckerzusatz“ ist nichts anderes als Irreführung des Verbrauchers.

Platz 6: Essig
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Der Kühne Balsamissimo Cremig Mild ist ein gutes Beispiel für Zucker durch süßende Zutaten – in diesem Fall Traubenmostkonzentrat, im Gegensatz zu den ursprünglichen Trauben garantiert Vitamin und Calciumfrei. Das Ergebnis sind 33 Stück Würfelzucker im Essig.

Umgekehrt würde Mondelez von Hersheys starker Präsenz in den USA profitieren. Käme es zu einem Zusammenschluss, entstünde Marktforschern zufolge ein neuer weltweiter Branchenprimus, der den US-Konzern Mars von Platz eins verdrängen würde.

Die Kaufsumme soll je zur Hälfte in bar und in Mondelez-Aktien gezahlt werden. Je Hershey-Papier werden 107 Dollar geboten. „Ich finde, das ist ein guter Anfang“, sagte Analyst Philip Van Deusen vom Wertpapierhändler Tigress Financial Partners. Er rechne mit einer Aufstockung der Offerte. An der Wall Street sahen dies die Anleger ebenso: Die Hershey-Aktie notierte gut 17 Prozent im Plus mit knapp 114 Dollar. Mondelez zogen 5,5 Prozent an.

Analysten hatten allerdings in der Vergangenheit Zweifel geäußert, ob Interessenten für Hershey bieten werden. Denn die Stimmrechte gehören zu etwa 80 Prozent der Hershey-Treuhandgesellschaft, die nach Experteneinschätzung stark auf die Unabhängigkeit des Unternehmens bedacht ist. Im Jahr 2002 hatten die Eigner verhindert, dass der Kaugummihersteller Wrigley Hershey für zwölf Milliarden Dollar übernimmt.

In der Süßwarenbranche liegt Mondelez nach Angaben der Internationalen Kakaoorganisation auf Platz zwei, Hershey auf Rang sechs. Weltweiter Umsatzprimus ist Mars. Die Schweizer Konzerne Nestle und Lindt & Sprüngli liegen an dritter beziehungsweise siebter Stelle.

  • rtr
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