Super-Bowl-Panne
Audi stichelt wegen Stromausfall gegen Mercedes

Ein Stromausfall legte das Football-Finalspiel für eine halbe Stunde lahm, die Kreativität von Marketing-Verantwortlichen regte das an. Ein Keks-Hersteller produzierte ein spontanes Werbemotiv, andere Firmen witzelten.
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DüsseldorfVor 71 024 Zuschauern im ausverkauften Mercedes-Benz-Superdome in New Orleans dominierten die Baltimore Ravens das Finale der amerikanischen Football-Liga NFL (Sonntagabend Ortszeit). In der Halbzeitpause heizte Popstar Beyoncé dem Pulbikum ein und unmittelbar nach Wiederbeginn wurde die Lage für die San Francisco 49ers noch dramatischer. Mit einem Kickoff-Return über 100 Meter baute Baltimor das Ergebnis auf 28:6 aus.

Kurz darauf brach in der für mehrere hundert Millionen Dollar renovierten Arena eine knappe halbe Stunde die Stromversorgung zusammen. Vor allem das Team von Baltimore verwirrte die Zwangspause, der Gegner kam danach gefährlich nahe – letztlich reichte es zum knappen 34:31-Sieg.

Nicht verwirren ließen sich von dem Blackout Werbe- und Marketingverantwortliche. Der Kekshersteller Oreo hatte einen der millionenteuren Spot geschaltet und daher einen Lageraum eingerichtet, um auf mögliche Entwicklungen reagieren zu können. Marken-Veranwortliche saßen mit Vertretern der Werbeagentur zusammen und konnten so schnell ein offizielles Werbemotiv freigeben.

Per Kurznachrichtendienst Twitter und Facebook verbreitete das Unternehmen ein Werbemotiv („Dippen kann man auch im Dunkeln“ - viele Kunden tunken die Kekse in Milch) begleitet von den Worten: „Strom weg? Kein Problem.“ Bei Twitter teilten 14.000 Menschen die Nachricht, bei Facebook über 6000 und auf die Schnelle erreichte Oreo so zusätzliche Zehntausend Kunden und bewies Schlagfertigkeit.

Auch Audi gelang ein ähnlicher Effekt mit einer einfachen Kurznachricht. „Wir senden jetzt einige LEDs zum Mercedes-Benz-Superdome ...“, twitterte das Unternehmen während des Stromausfalls. Über 9000 Nutzer verbreiteten die Nachricht weiter – auf Kosten des erbitterten Rivalen, der wie Audi auch einen Werbespot während des Super Bowl geschaltet hatte. Auf eine Antwort verzichtete Mercedes.

Aber auch Unternehmen, die keine Werbung während der Sportübertragung schalteten, wissen um den Erfolg ironischer Tweets. Die Drogeriemarktkette Walgreens verwies während des Stromausfalls darauf, Kerzen im Angebot zu haben. Ohne Ironie probierte es etwa Calvin Klein, in dem ein Kurzvideo eines trainierenden Models gepostet wurde: Die Unterbrechung könnte so genutzt werden. Die Meldung verfing nicht so sehr bei den Nutzern, nur einige hundert Male wurde sie geteilt.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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  • Die Autos von Audi überraschen schon seit langer Zeit nicht mehr mit ausgefallenem Design. Langweilige und konservative Massenproduktion. Wobei das Beste an diesen Karossen noch die Scheinwerfer sind.

  • Das mit Ihrem Kollegen finde ich tragisch, zweifellos.

    Nur stellen sich mir aufgrund ihrer Äußerung weitere Fragen: Bei welcher Firma gibt es, ungeachtet der Tätigkeit, keinen Druck? Wie stellen Sie eine Verbindung zwischen Marketing und Druck am Arbeitsplatz her?

    Sie sollten bezüglich des permanenten "Großschreibens" daran denken, DASS ES EHER IN DEN AUGEN SCHMERZT, als dass es der verbesserten Lesbarkeit dient!

  • Werter Santos, zwei Punkte fallen bei Ihrem Kommentar sofort ins Auge:

    - Sie sind mutig und stehen offen dazu, dass Sie keine Ahnung von Marketing haben (hierzu weiß ich leider nicht, wo ich bei Ihnen mit der Hilfe ansetzen soll).

    - Sie haben die Feststelltaste aktiviert, diese befindet sich auf Ihrer Tastatur über der linken Umschalttaste und lässt sich durch erneutes Drücken der Feststelltaste oder der Umschalttaste deaktivieren. Sätze in Großbuchstaben werden in Foren und Chats i. d. R. als Schreien verstanden. Schreien haben Sie bei Ihren hervorragenden Argumenten doch eigentlich nicht nötig...

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