Supermarkt-Fusion
Auch Norma interessiert sich für Tengelmann

Im Übernahmepoker um die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann meldet sich ein weiterer Spieler zu Wort. Der Discounter Norma hat Interesse an Filialen des Konkurrenten. Doch Tengelmann blocke bisher.

MünchenRund zwei Wochen vor der öffentlichen Anhörung zur Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Edeka bringt sich ein weiterer Interessent ins Spiel. Der Lebensmittel-Discounter Norma aus Nürnberg will einzelne Filialen übernehmen, wie eine Sprecherin der „Süddeutschen Zeitung“ vom Dienstag sagte. Norma habe „nachweislich mehrmals das Gespräch mit Tengelmann“, auch mit Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub, gesucht. „Von deren Seite wurde auf unsere Gesprächsangebote nicht eingegangen.“ Das sei „unverständlich“. Norma sei ein „konzernfreier, wettbewerbsrechtlich völlig unbedenklicher Mitbewerber“.

Zu der öffentlichen Anhörung haben sich Medienberichten zufolge insgesamt 13 Parteien beiladen lassen, darunter auch die Edeka-Konkurrenten Norma, Rewe, Kaufland, Coop und Markant. Daneben sind demnach der Markenverband und der Deutsche Bauernverband sowie die Gewerkschaften Verdi und Nahrung-Genuss-Gaststätten am Verfahren beteiligt.

Edeka und Kaiser's Tengelmann kämpfen seit Monaten um grünes Licht für die Übernahme. Das Bundeskartellamt hatte die Fusion im April untersagt, weil die Übernahme von 450 Kaiser's-Tengelmann-Filialen durch Edeka den Kartellwächtern zufolge in einigen Regionen zu einer „erheblichen Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen“ geführt hätte. Die beiden Unternehmen beantragten bei Gabriel kurz darauf eine Ministererlaubnis.

Beide Unternehmen argumentieren, dass nur die „Gesamtübernahme“ durch Edeka einen großen Teil der 16.000 Arbeitsplätze in den 450 Filialen von Kaiser's Tengelmann sichere. Konkurrent Rewe ist ebenfalls an Kaiser's Tengelmann interessiert. Die Entscheidung um eine Ministererlaubnis für die Übernahme durch Edeka fällt vermutlich frühestens Ende November. Zum konkreten Entscheidungstermin macht das Bundeswirtschaftsministerium keine Angaben.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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