Supermarktkassen
Discounter kassieren am schnellsten

An den Kassen haben Deutschlands Discounter klar die Nase vorn. Eine neue Umfrage ergibt: Klassische Lebensmittelläden leisten sich in puncto Schnelligkeit beim Check-out Nachlässigkeiten. Weshalb in vielen Läden gerade das für Kunden wichtige Abkassieren hakt - und welche Tricks Kunden an der Kasse beachten müssen.

DÜSSELDORF. Wohl jeder kennt sie, die quälende Frage zum Abschluss einer Shoppingtour durch den Supermarkt: Besser dort anstellen, wo die Schlange kurz ist, aber vollbepackte Einkaufswagen warten? Oder lieber doch zur so genannten Schnellkasse, wo sich zwar mehr Kunden drängeln, dafür aber jeweils mit nur wenigen Artikeln?

"Nehmen Sie im Zweifel die kurze Schlange mit den vollen Einkaufswagen", empfiehlt Ansgar Heitzig, Partner der Düsseldorfer Unternehmensberatung Heitzig & Heitzig. "Die Kassierzeit", hat er ermittelt, "dauert in der Regel länger als das Scannen der Artikel."

Der wertvolle Verbrauchertipp ist eigentlich nur das Randprodukt einer verdeckten Ermittlung, die der Düsseldorfer Unternehmensberater gemeinsam mit seinem Bruder Odilo Heitzig stets in der Nähe deutscher Supermarktkassen vorgenommen hat. Zwischen Dezember 2008 und Februar 2009 protokollierte ihre Marktforschungsfirma Ematrix insgesamt 300 Kundenkäufe in niederrheinischen Filialen von Supermarktketten wie Aldi, Edeka, Lidl oder Real - und stieß auf reichlich ungenutztes Potenzial: "An Deutschlands Kassen geht noch so einiges", glaubt Ansgar Heitzig.

Mal fanden die Marktdetektive besetzte Check-outs, an denen die Kassiererinnen wegen fehlender Kundschaft Kreuzworträtsel lösten, mal gaben Kunden entnervt auf, weil ihnen die Wartezeit zu lang wurde. Schlimmer noch: In klassischen Supermärkten verplempert das Kassenpersonal unnütz Zeit, wie der Vergleich mit den Discountern zeigt. Scannen und Geldannahme schaffen die Billigkonkurrenten fast um ein Drittel schneller.

Leisten können sich Deutschlands Supermärkte solche Nachlässigkeiten nicht. Denn das Kassieren beansprucht bei den Lebensmittelverkäufern den größten Teil der Personalkosten. Im Durchschnitt 22 Prozent davon gehen auf das Konto dieser Tätigkeit, ermittelte die Frankfurter Managementberatung Cell Consulting. Nur 18 Prozent der Gehaltszahlungen, zeigt dagegen der Vergleich, entfallen auf das Auffüllen der Ware, nicht einmal zehn Prozent auf routinemäßige Bestellvorgänge.

Hinzu kommt: Gerade die Personalkosten sind im Einzelhandel gravierend. Verschlingen sie in Unternehmen wie Rewe oder Metro knapp die Hälfte des Rohertrags, bleibt den Lebensmittelkonzernen am Ende selten mehr als zwei bis drei Prozent an Ertragsmarge übrig. Wer bei den Personalkosten geizt, erhöht damit rasch den Gewinn.

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