Supermarkttochter Real: Verkauf in Osteuropa soll Metro kleinen Gewinn bringen

Supermarkttochter Real
Verkauf in Osteuropa soll Metro kleinen Gewinn bringen

Der Handelsriese verkauft das Osteuropageschäft seiner Supermarkttochter Real. Metro erhält dafür von dem französischen Konkurrenten Auchan einen Milliardenbetrag. An den Märkten eines Landes hält der Konzern aber fest.
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DüsseldorfDer Handelskonzern Metro verkauft das Osteuropa-Geschäft seiner Tochter Real an den französischen Konkurrenten Auchan. Der Kaufpreis liege bei 1,1 Milliarden Euro, teilten die Düsseldorfer am Freitag weiter mit. Das Real-Geschäft in Deutschland will Metro-Chef Olaf Koch aber erst einmal behalten. Der seit knapp einem Jahr amtierende Konzernchef Koch kann damit erstmals den Verkauf eines größeren Teil des Konzerns verkünden. Koch will Metro auf das Geschäft mit Großmärkten und Europas größter Elektrohandelskette Media-Saturn konzentrieren.

Metro rechnet durch den Verkauf im laufenden Jahr mit einer Belastung des Betriebsergebnisses (Ebit) von 60 bis 90 Millionen Euro. Diese werde aber 2013 durch den erwarteten Einmalertrag von 40 bis 50 Millionen Euro und dann aufzulösende Rückstellungen "mehr als ausgeglichen", erläuterte am Freitag in einer Telefonkonferenz. Mit den liquiden Mitteln aus dem Verkauf wolle Metro vorrangig die Schulden senken und das Finanzrating stärken. "Es ist keine Diskussion im Gange, wie können wir das Geld möglichst schnell wieder unter die Leute bringen", sagte Koch. Über die Höhe der Dividende im kommenden Jahr wolle er nicht spekulieren.

Auch nach dem Verkauf des Osteuropa-Geschäfts bliebe die Region und vor allem Russland für die Metro wichtig. Der Konzern bleibe dort mit Media-Saturn und den Großhandelsmärkten am Ball. Der Verkauf von Real Osteuropa an Auchan umfasst laut Metro 91 Real-Warenhäuser in Polen, Russland, Rumänien und der Ukraine sowie Immobilien von 14 Standorten. Real habe in den vier Ländern im Jahr 2011 einen Umsatz von mehr als 2,6 Milliarden Euro erwirtschaftet und beschäftige dort rund 20.000 Mitarbeiter. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Im kommenden Jahr soll sie endgültig besiegelt werden.

Das Deutschland-Geschäft von Real verbleibt dagegen bei der Metro - ebenso wie das in der Türkei. "Real Deutschland ist fester Bestandteil des Portfolios der Metro", betonte Koch. Für die Beschäftigten von Real in Deutschland soll sich zunächst nichts ändern. Das Geschäft solle weiterentwickelt werden. "Wir beschäftigen uns mit keiner anderen Option", schloss Koch in der Telefonkonferenz einen Verkauf derzeit aus. In Deutschland hat Real rund 39.000 Mitarbeiter. „Das Geschäft von Real Türkei hat sich in den vergangenen Jahren sehr erfreulich entwickelt und zeigt großes Wachstumspotenzial. Dieses gilt es jetzt konsequent zu erschließen“, sagte Koch.

Metro hatte monatelang mit Auchan über einen Verkauf von Real in Osteuropa verhandelt. Auchan wolle seine Präsenz in der Region nun ausbauen, betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Groupe Auchan, Vianney Mulliez. Die Real-Märkte dort sollten künftig unter der Marke Auchan firmieren.

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Preis nicht überraschend

Kommentare zu " Supermarkttochter Real: Verkauf in Osteuropa soll Metro kleinen Gewinn bringen"

Alle Kommentare
  • In dem Interview und dem Artikel sind mehrer Fakten nicht korrekt wiedergegeben.
    Die Türkei bringt seit Jahren dem Konzern Verluste und Auchan wollte diese Kröte einfach nicht schlucken.
    Der im Interview angesprochene Fleury hatte sich erst bei Carrefour durch verheerende Standortwahl in Russland ausgezeichnet- nach Schliessung von Carrefour in Russland wollte kein Einzelhändler in die Standorte.Dann folgte er im Schlepptau von Saveuse zu Metro und zeichnete sich dadurch aus, dass er an alle Schaltstellen ehemalige Carrrefour-Mitarbeiter setzte- langjährig Metro Mitarbeiter wurden weggemobbt. Ein Sonderergebnis durch den Verkauf ergibt sich nur, wenn die Sonderabwertungen auf Immobilien und Grundstücke sowie Firmenwerte der letzten Jahre nicht berücksichtigt werden. Der verlustbringende Verkauf wurde nur zum Vorteil des Hauptaktionärs durchgeführt. Dies wird sicherlich Gegenstand einer Sonderprüfung bei der nächsten Hauptversammlung.

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