Suzuki und VW
Finale im Scheidungskrieg

Was als hoffnungsvolle Allianz begann, muss nun vor Gericht geschieden werden. Im Kooperationsstreit zwischen Volkswagen und Suzuki soll ein Schiedsgericht in London im Frühjahr 2013 die Fronten klären.
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HamburgDie Spitze des japanischen Autobauers Suzuki gibt sich im Streit mit dem deutschen Autokonzern Volkswagen zuversichtlich. Suzuki will sich von Großaktionär VW lösen. Die Wolfsburger halten 19,9 Prozent am kleineren Rivalen.

Allerdings müssen sich die Japaner noch gedulden. Die entscheidende Anhörung vor einem Schiedsgericht in London startet erst im Frühjahr 2013 - und nicht wie von Suzuki erhofft bereits in diesem Sommer, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen.

Verhandelt wird nur ein Thema: Die von Suzuki verlangte Rückgabe der 19,9 Prozent am Unternehmen. VW sieht dafür keine Veranlassung. Die Anteile kauften die Deutschen Ende 2009 für 1,7 Milliarden Euro. Suzuki argumentiert, nachdem die in einem Kooperationsvertrag vereinbarte Zusammenarbeit bei Modellen und Technologien gescheitert sei, müsse VW die Anteile zurückgeben.

Den Kreisen zufolge wollte Suzuki so früh wie möglich mit der Verhandlung vor einem Schiedsgericht starten - VW mauerte aber. Das Verfahren ist im Vertrag für den Fall von Problemen vorgesehenen. Gegenstand der Auseinandersetzung ist nicht mehr, wer die Allianz gebrochen hat, sondern nur der Verbleib der Aktien.

"Die Kooperationsvereinbarung mit Volkswagen ist schon gelöst", sagte Yasuhito Harayama, der für die Beziehungen mit VW zuständige Vize-Präsident, gestern auf der Hauptversammlung von Suzuki. Deshalb habe VW nicht das Recht, die Aktien weiter zu halten. "Wir sind zuversichtlich, dass wir den Anlegern gute Nachrichten verkünden können", so Harayama.

In Wolfsburg gilt Harayama als derjenige Manager, der die Trennung von VW aktiv betrieben haben soll. Der japanische Autobauer hatte sich in der Finanzkrise an VW angelehnt.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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